Grenzstein an der „Dreiländerecke“

Unter den zahlreichen im Kreisgebiet erhalten gebliebenen alten Grenzsteinen fällt der an der Hauptdurchgangsstraße in Heidmoor stehende aus dem Rahmen des üblichen heraus – nicht nur durch seine Größe und sorgfaltige Bearbeitung, sondem besonders deswegen, weil er eine „Dreiländerecke“ markiert.
Auf der Ostseite zeigt dieser Grenzstein die gekronten Initialen des dänischen Königs und darunter die Jahreszahl 1837. Auf der Nordseite liest man in lateinischen Lettem „AS“ = Amt Segeberg, nach Westen zu „HB“ = Haus Breitenburg und auf der Südseite „GR“ = Grafschaft Rantzau.

Dieser Grenzstein [Kreis Segeberg/Kreis Pinneberg] stand an der Kreisstrasse von der B4 über Heidmoor/Mönkloh/Wrist unmittelbar hinter dem ehemaligen Gutsgelände.

 

Man könnte meinen, es handelt sich deshalb bei dem Grenzstein lediglich um einen Stein, der drei rein verwaltungsmäßig bedingte Grenzen kennzeichnet. Das ist jedoch nicht der Fall. Beim Grenzstein in Heidmoor stießen vielmehr Gebiete zusammen, die in der heutigen Bedeutung als Länder anzusehen sind. Deshalb darf man diesen Grenzstein auch mit Fug und Recht als einen „Stein an der Dreiländerecke“ bezeichnen. Das Amt Segeberg, das von einem durch den König eingesetzten Amtmann verwaltet wurde, war allerdings enger an die königlichdänische Landesregierung geknüpft wie die beiden anderen „Länder“.
Es war gewissermaßen ein „Domanium“ (Hausgut) des Königs. Das Gebiet des „adeligen Hauses Breitenburg“, zu dem früher auch die heutige Gemeinde Mönkloh gehörte, besaß dagegen eine Reihe von Privilegien, die dem „Hausherm“ die Stellung eines politischen
Landesfürsten verliehen. Von der Grafschaft Rantzau ist bekannt, daß sie jahrhundertelang die Reichsunmittelbarkeit besaß.
Wegen dieser Bedeutung ist der Grenzstein in Heidmoor wohl auch besonders groß und auch sorgfältig behauen. Nur wenige der Vorbeigehenden und Vorbeifahrenden werden sich über diesen alten Grenzstein an der „Dreilanderecke“ Gedanken machen und auch kaum wissen, daß er ein Geschichtsdenkmal ist und zugleich ein lebender Zeuge fur die politischen Zustände einer längst vergessenen Zeit. Es lohnt sich jedoch, nicht nur vor diesem Stein stillzustehen, sondem sich auch einmal Gedanken über das zu machen, was er den „Heutigen“ zu sagen hat.
Bis 1974 stand dieser Grenzstein an der Hauptstraße in der Kurve am Versuchsgut. Als dieses Gelände wegen der Flughafenplanung geräumt werden mußte, hat die Gemeinde darauf bestanden, daß dieser Grenzstein zusammen mit sechs anderen Grenzsteinen vom Gelände des Versuchsgutes für die Nachwelt erhalten bleiben solI. Zu dieser Zeit wurde das Ehrenmal vom Standort an der Schule zur Waldchaussee am Gemeindewald verlegt und man beschloß, die Grenzsteine ebenfalls dort aufzustellen. Im Jahr 2000 wurde zum Tag des offenen Denkmals vom Heimatbund des Kreises Segeberg eine Tafel dort aufgestellt, die Auskunft tiber die Herkunft der ehemaligen Grenzsteine gibt.

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