Die Geschichte des Freibades

Aus Protokollen der Gemeindevertretung und Zeitungsberichten

Rechtzeitig vor den Hundstagen wurde es fertig – Hochbetrieb im Freibad Lentföhrden
Mustergültige Anlage in einem Dorf von 1200 Einwohnern – Auch Schwimmunterricht                                      (cke) SZ 4.8.69

1970

Jörg Andree

Wovon manche Dörfer träumen – die Gemeinde Lentföhrden mit rund 1200 Einwohnern hat es geschafft: Sie hat der Bevölkerung ein modernes Freibad geschenkt, das an den letzten Wochenenden jeweils von rund 1200 Badelustigen besucht wurde.
Seit fünf Wochen läuft der Badebetrieb. Rechtzeitig für die Hitzeperiode – als hätte es Bürgermeister Hinrich Schröder geahnt – ist die Anlage oberhalb des Sportplatzes und unweit der neuen Schule betriebsfertig geworden.
Die Umwälzanlage funktioniert tadellos. Das Schwimmer- und das Nichtschwimmerbecken fassen zusammen 780 Kubikmeter Wasser. Das Schwimmerbecken mit einem Ein-Meter-Sprung-Brett ist 10 mal 25 Meter groß. Es eignet Sich daher auch für Schwimmprüfungen und DLRG-Prüfungen. Die Tiefe des Beckens beträgt unterm Sprungbrett 3,50 Meter.
Als Bademeister ist der Inhaber des Lehrscheins der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft Jörg Andree (23) Student aus Wolfenbüttel, eingesetzt. Er benutzt die Semesterferien für diesen Einsatz. Er ist auch aktiver Sportschwimmer und Wasserballspieler.
Andree hat schon einen Schwimmlehrgang abgehalten. Daran haben sich 60 Nichtschwimmer beteiligt. Aus dem ersten Lehrgang haben sich schon 20 Teilnehmer freigeschwommen. Bis jetzt haben in dem neuen Freibad Lentföhrden 40 Neptunjünger das Freischwimmerzeugnis erworben. Das ist ein vielversprechender Anfang.
Auch der Bundesgrenzschutz aus Bad Bramstedt hat sich im Lentföhrdener Schwimmbad eingemietet. Viele Besucher kommen aus den umliegenden Dörfern und sogar aus der Stadt Bad Bramstedt zum Bad Lentföhrden.
Die Beheizung des Freibades erfolgt erst mit Beginn der Saison 1970. Sie wurde noch nicht fertig. Auch ohne Heizanlage hat das Wasser in den Becken 20 bis 21 Grad Celsius, abends sogar 23. Grad.
Auch für die Kleinkinder ist gesorgt: Ein Planschbecken, dessen Wasser täglich erneuert wird, ist vorhanden.
Die Aufsicht über das Freibad mit dem Kabinenhaus hat Hausmeister Karl Schliwinski. Er sitzt auch an der Kasse.
Das Eintrittsgeld für Erwachsene (Tageskarte 50 Pfennig) wird von den Badegästen als sehr billig für das schöne Freibad empfunden, das abseits von staubigen und lärmenden Straßen mitten in der Natur liegt.

Schoops, Katzer, Kirstein

Über den Betrieb der Badeanstalt und den Stand der Einnahmenkonnte wurde ein erfreuliches Ergebnis mittgeteilt. Man ist sehr optimistisch über den Ablauf der Badesaison, falls das Wetter in den großen Ferien keinen Strich durch die Rechnung mache. Die Beschaffungen für den Spielplatz, die vom Sportausschuss vorgeschlagen waren, wurden gebilligt und weiter beschlossen, den freiwilligen Helfern bei der Herrichtung des Platzes als Anerkennung ein kleines Entgelt zu bewilligen.
Schon 1970 wurde über eine Renovierung besprochen, man kam überein, die Aufsicht über die Badeanstalt wieder Herrn Schliewinski zu übertragen. Die Entschädigung für die Aufsicht wird mit wöchentlich 50,00 DM festgelegt.

1971

Im ordentlichen Haushalt wurden für das Rechnungsjahr 1971 Einnahmen durch Eintrittsgelder von 5000,00 DM erwartet. Im Vorjahr 1970 waren es 6660,00 DM.
Aus den Betrieb der Badeanstalt im Vorjahre wird festgestellt, dass es voraussichtlich in diesem Jahr nicht gelingen wird, Herrn Schliewinski in Folge, seiner Erkrankung für Arbeiten in der Badeanstalt zugewinnen. Es wird aber voraussicht­lich möglich sein, andere geeignete Kräfte für diese Aufgabe zugewinnen. Weiter wird die vor Eröffnung des Bades notwendige Säuberung der einzelnen Becken angesprochen. Die Gemeindevertretung be­schließt, in diesem Zusammenhang hierfür für 1971 einen Betrag von 300,- DM bereitzustellen. Die Gemeinde will sich bemühen, auch in diesem Jahr für die Aufsicht der Badenden als Bade­meister ein Mitglied des DLRG zu verpflichten. Sollte dies nicht möglich sein, soll versucht werden, Angehörige des Bundesgrenzschutzes hier­für einzustellen. Schließlich kommt man überein, die unbedingt notwendige Matte im Umkleidege­bäude noch während dieser Badesaison anzuschaf­fen. Gemeindevertreter Gerd Eschwe erklärt sich be­reit, geeignete Angebote einzuholen. Diese Ange­bote sollen dem Sportausschuss dann zur Entschei­dung vorgelegt werden.

1972

Die Badeanstalt wir in diesem Jahr am 26.05. eröffnet. Man kommt in der Vertretung überein, für die Gymnastikhalle und für die Badeanstalt einen Fernsprechnebenanschluss vom Hauptanschluss Timmermann ab einrichten zu lassen. Die Verwaltung wird beauftragt, entsprechende Verhandlungen mit der Post zu führen.
Am Ende des Sommers bedingt durch die schlechte Badesaison sind 1300,00 DM an Eintrittsgeldern weniger eingegangen.

1974

Es wird die auf dem damaligen Richtfest vom Architekten Foldsien vorgetragene Auffassung, dass es zweckmäßig sei, die Außenwand des Neubaus zur Badeanstalt zu verklinkern, angesprochen. Er erbot sich, die Mehrkosten zu ermitteln und im Detail im Bau- und Planungsausschuss zu erläutern.
Das sei geschehen und mit DM 10.800,00 + Mehrwertsteuer festgestellt, die Verglasung und die Vergabe der Fenster wurde entsprechend dem Angebot der Firma Dittmar, Itzehoe, nach den Empfehlungen des Bauausschusses be­schlossen.
Es wird über die Eröffnung der Bade­anstalt am 07.06. und der beabsichtigten Gründung eines Stützpunktes der DLRG gesprochen. Dem Antrag derselben, am Schwimmbecken eine kleine Schutzhütte zu errichten, soll entsprochen werden. Dasselbe trifft für die Gewährung eines Übungsabends in der Woche für die Mitglieder zu.
Die Bestrebungen der DLRG sollen unterstützt werden, evtl. durch eine Beihilfe oder Beitritt.

1977

Herr Clasen ist nicht mehr bereit, die Aufsicht in der Bade-anstalt zu übernehmen.
Der Ausschuss ist der Ansicht, dass eine neue Aufsicht über eine öffentliche Bekanntmachung gesucht werden sollte. Außerdem sollte die DLRG gebeten wer­den, auch in diesem Jahr wieder Rettungsschwimmer zur Verfügung zu stel­len.
Die Sitzung fand in der Badeanstalt statt. Mit Herrn Dammann wurde erörtert, was zu unternehmen sei, um die Spannungen und Verwerfungen in der Folie zu beheben. Herr D. schlug vor, eine Betonfundamentierung und eine Verstärkung der Ecken durchzuführen. Es wurde beschlossen, zunächst die Folie aufzuschneiden und erst dann zu entscheiden, wie zu verfahren ist. Die Arbeiten müssen bis zum 15.5. durchgeführt wer­den und sollen von einem kleineren Gremium in der nächsten Besprechung vergeben werden. Sodann wurde beschlossen, mit dem Ehepaar Oeckel zu verhandeln und möglichst aufgrund einer Pauschale von ca. DM 1.500, — DM für die ganze Saison eine Vereinbarung abzuschließen. Weiter wurde beschlossen, möglichst bald am neuen Sportplatz eine Einfriedigung mit Zementpfählen und glattem Draht zu erstellen. Von den Firmen Averhoff und Schnabel sollen Angebote eingeholt werden. Beim Eingang des neuen Weges soll als Tor ein erhöhter Jägerzaun gebaut werden.

1980

Wegen der Badeaufsicht durch einen Rettungsschwimmer will Bürgermeister Schröder ein Gespräch mit der DLRG führen. Frau Schoop erklärte sich bereit, diesbezüglich ebenfalls ein Gespräch mit dem DRK zu führen.
Einstimmig wurde beschlossen, dass Hanne von Schlieben wieder die Betreuung des Kiosks und der Badeanstalt übernimmt gegen eine Entschädigung von 2.5oo,— DM. Die Eintrittsgelder sollen nicht verändert werden. Die Vertretung erklärt sich durch einstimmigen Beschluss nach kurzer Erörterung mit der Anschaffung einer Druckerhöhungs­pumpe für das Freibad einverstanden.

1981

Infolge eines Risses der gesamten Folie im Planschbecken wurde eine Ausbesserung notwendig. Die Vertretung billigt im Nachhinein durch einstimmigen Beschluss die Auftragsvergabe des Bürgermeisters an die Firma Becker, Dannewerk, in Höhe von ca. 1.600, — DM.

1983

Bürgermeister Pohlmann gibt einen Bericht über die Ein-nahmen und Ausgaben für das Freibad in 1982. Nach anschließender Aussprache und verschiedenen Abstimmungen beschließt der Ausschuss mit 8 Ja-Stimmen gegenüber 2 Nein­stimmen der GV zu empfehlen, die Eintrittspreise für das Freibad in 1983 wie folgt festzusetzen:

Saison Fam. Karten                         30,–DM              
Einzelkarten f. Erwachsene         1,50 DM
Saison Einzel                                    20,–DM
Schüler                                               1,– DM
Saison Schüler                                  5,– DM

Einstimmig wird die Anschaffung eines Sprungbrettes in Alu-Ausführung mit Belag, 4,8o m lang, zum Preis von 1.459,– DM beschlossen.

1984

Die Situation des Freibades wird erörtert. Der Finanzausschuß beschließt einstimmig, die Eintrittskarten in bisheriger Höhe weiter zu verkaufen, wobei jedoch die Bezeichnung Saisonkarte nicht mehr Verwendung finden darf, da nicht in jedem Falle sichergestellt ist, daß das Bad täglich geöffnet ist. Hier ist entweder durch Ausdruck oder durch Zusatz zur Karte darauf hinzuweisen, daß ein Benutzen des Bades nur dann erfolgen kann, wenn die erforderliche Badeauf­sicht sichergestellt ist.
Zur Aufsicht wird festgestellt, daß davon ausgegangen wird, daß Frau Rieck die Prüfung nunmehr kurzfristig ablegen wird. Andernfalls hat Bgm. Pohlmann be­reits mit der DLRG Verbindung aufgenommen, daß die Aufsicht durch die DLRG sichergestellt wird.
Die Kioskbetreuung soll durch einstimmigen Beschluß Frau Meier zu den Kondi­tionen wie im Vorjahr übertragen werden.

1985

Für das Freibad werden nachstehende Getränkepreise empfohlen:
alkoholfreie Getränke   1,– DM
Bier                                   1,5o DM
Im Freibad war der Verkauf der Eintrittskarten, der Betrieb des Kiosks und die Reinigung der Umkleideräume, Toiletten und Außenanlage sowie die Aufsicht dafür von Frau Elli Meyer ausgeführt worden. Mit Schreiben vom 11.2.1985 hat Frau Meyer nun ihr Arbeitsverhältnis für die vor­genannten Tätigkeiten gekündigt.
Es wird einstimmig beschlossen, die Neubesetzung dieser Stelle durch Ausgang im Ort (Aushangkästen, Kaufleute, Bank p.p.) bekanntzumachen.
In dieser Bekanntmachung ist darauf hinzuweisen, daß nur ortsansässige Bewerber in Frage kommen. Hinsichtlich Entlohnung, Tätigkeiten p.p. ist dem neuen Bewerber der gleiche Arbeitsvertrag anzubieten, wie er mit Frau Meyer abgeschlossen war.
Die Gartenbauunternehmer Reimer Kruse und Siegfried Neumann werden Kostenvoran­schläge für Neuanpflanzungen in den Außenanlagen des Freibades einreichen. Da­nach wird sich der Bau- und Planungsausschuß mit der Angelegenheit weiter be­fassen.

1986

Der Ausschuß gibt einstimmig folgende Empfehlung: Die Gemeinde Vertretung möge beschließen, daß die Eintritts-preise für die kommende Saison nicht verändert werden.
Der Ausschuß nimmt zur Kenntnis, daß die Frage der Badeauf­sicht für die kommende Saison noch ungeklärt ist. Insoweit sind noch weitere Gespräche zu führen.
Der Ausschuß spricht sich dafür aus, Herrn Ernst Neyer die Verwaltung des Kioskes im Freibad auch weiterhin zu übertragen.
Herr Pump gibt bekannt, daß Gespräche zwischen Fam. Meyer, Herrn Mathe und Bgm. Pohlmann bezgl. Kiosk Badeanstalt stattgefunden haben. Sollte die Arbeitszeit mit Gemeindearbeiter Mathe nicht geändert werden, wird dieser den Kiosk während der Badesaison 1986 im Aufträge der Gemeinde übernehmen. Andernfalls betreibt die Fam. Meyer den Kiosk wieder.
Ausschußvorsitzender Pump verliest den Antrag der DLRG, die um einen Zuschuß von 2.500 DM für erforderliche Investitionen bitten. Er teilt ferner mit, daß der Gemeinde-arbeiter Kopp an einem Lehrgang für Rettungsschwimmer teilnimmt. Nach Ablegung der Prüfung übernimmt Herr Kopp dann die Aufsicht im Freibad im Auftrag der DLRG. Bis dahin wird die Aufsicht von der DLRG gestellt Nach kurzer Beratung schlägt der Ausschuß der Gemeindever­tretung vor, einen Zuschuß von 1.500 DM zu gewähren.

1987

Bürgermeister Pohlmann weist auf die Probleme Aufsicht Freibad Saison 1987 hin und informiert die Ausschuß-mitglieder darüber, daß am 27. April 1987 ein Gespräch mit Vertretern der DLRG, Ortsgruppe Bad Bramstedt, zum vorgenannten Thema statt­findet. Die Ausschußmitglieder empfehlen der Gemeindevertretung die Eintrittspreise Freibad für die Badesaison 1987 unverändert wie folgt festzusetzen:

Schüler Einzelkarten                       1,00  DM
Erwachsenen Einzelkarten          1,5o  DM
Saisonkarten Einzelpersonen     20,–     DM
Saisonkarten Schüler                     5,–     DM
Familienkarten                                 3o,–   DM

Bgm. Pohlmann teilt mit, daß am kommenden Samstag erneut ein Gespräch mit der DLRG Bad Bramstedt hinsichtlich der Aufsicht für das Freibad 1987 stattfindet. Nach seinen Angaben hat sich Herr Martin Hahn als Aufsichtsperson bei ihm be­worben. Herr Hahn absolviert z.Z. den erforderlichen Lehrgang. Frau Hahn inter­essiert sich für den Kioskbetrieb einschl. Kartenverkauf. Hinsichtlich der Aufsicht stellt die Vertretung fest, daß zunächst das Gespräch mit der DLRG Bad Bramstedt abzuwarten ist. Sollte kein befriedigendes Ergebnis erzielt werden, sollen Bgm. Pohlmann und Ausschuß-vorsitzender Kausch die öffentliche Ausschreibung dieser Stelle absprachegemäß in die Wege leiten.
Ebenfalls einstimmig beschließt die Gemeindevertretung, die Stelle für den Kioskbetrieb und den Kartenverkauf öffentlich auszuschreiben bzw. örtlich be­kannt zu machen. Das Entgelt für diese Tätigkeit beträgt maximal 2.500,– DM pro Saison zuzüglich des Gewinns aus dem Warenverkauf.

1988

AV Kausch und Bürgermeister Pohlmann erläutern den Sach-ver­halt. Wie auch in den Jahren zuvor ist damit zu rechnen, daß die DLRG Schwierigkeiten haben wird, die Badeaufsicht im Freibad sicherzustellen. Wenn die Badeaufsicht nicht gewähr­leistet ist, kann auch kein Badebetrieb stattfinden.
Der Ausschuß empfiehlt der Gemeindevertretung einmütig nach eingehender Beratung eine öffentliche Ausschreibung der Stelle eines Bademeisters für 3 Monate.
Der Ausschuß empfiehlt der Gemeindevertretung mit 6 Ja-Stim­men bei 3 Enthaltungen, die Eintrittspreise für das Freibad unverändert zu lassen.
Nach Angaben von Bürgermeister Pohlmann hat sich bei ihm ein Interessent für den Kiosk gemeldet. Mit 4 Ja-Stimmen bei 3 Nein-Stimmen und 2 Enthaltungen wird vom Ausschuß empfohlen, die Stelle kurzfristig ortsüblich auszuschreiben, um auch an­deren Bürgern Gelegenheit zu geben, ihre Bewerbung abzugeben.
Die Gemeindevertretung beschließt einstimmig, die Eintritts­preise für das Freibad in der kommenden Saison unverändert zu lassen.
Bürgermeister Pohlmann gibt bekannt, daß die Badeaufsicht 1988 durch Frl. Jipp bzw. Frl. Linke im Wesentlichen gewähr­leistet ist. Für 1989 ist jedoch rechtzeitig Vorsorge zu treffen. Durch einstimmigen Beschluß stimmt die Gemeindever­tretung dieser Regelung zu, wobei die gleichen Bedingungen wie im Vorjahr gelten sollen.
Die Gemeindevertretung beschließt einstimmig, diese Stelle kurzfristig in den Kaltenkirchener Nachrichten und im Anzei­ger sowie im örtlichen Aushang öffentlich auszuschreiben (Saisonentschädigung 2.500,– DM + Einnahmen aus Warenver­kauf). Der Finanzausschuß wird gleichzeitig zur Vergabe der Stelle ermächtigt.

1989

Nach kurzer Aussprache empfiehlt der Ausschuß der Gemeindevertre­tung einstimmig, kurzfristig zu klären, ob Gemeindearbeiter Wer­ner Mathe den Kioskbetrieb in der Badeanstalt übernehmen kann.
Sollte ihm die Übernahme nicht möglich sein, sollte ortsüblich ausgeschrieben werden.
Bgm. Pohlmann erläutert den Sachverhalt und erklärt, daß Werner Mathe den Kiosk-Betrieb in der Badeanstalt nicht übernehmen wird. Die Gemeindevertretung beschließt einstimmig, die Stelle unter Anwendung der bisherigen Konditionen ortsüblich auszuschreiben.
Ausschußvorsitzender Pump gibt die derzeitigen Eintrittspreise Freibad (Badesaison 1988) bekannt:

Schüler Einzelkarten                     1,–    DM
Erwachsenen Einzelkarten          1,50  DM
Saisonkarten Einzelpersonen     20,–   DM
Saisonkarten Schüler                     5,–    DM
Familienkarten                              30,–    DM

Die Ausschußmitglieder stellen fest, daß die vorgenannten Eintrittspreise Freibad auch für die Saison 1989 Gültigkeit haben sollen.

1990

Der Ausschußvorsitzende erteilt dem Bürgermeister das Wort. Dieser erklärt, daß der Gemeindearbeiter, Herr Mack, die erforderliche Prüfung wohl nicht bis zum Be­ginn der Badesaison schafft. Man hat Kontakt mit Herrn Holzhüter aufgenommen.
Dieser wäre grundsätzlich bereit, die Aufgabe zu übernehmen. Er möchte jedoch nicht – wie im Vorjahr – in Lentföhrden eine Wohnung nehmen, sondern täglich zwischenfahren. Hierzu erbittet er um einen Fahrkosten-zuschuss. Eine Einstellung des Herrn Holzhüter für die Zeit 1.6. bis 31.8.1990 würden ca. 12.000,– DM Kosten mit sich bringen. Es wird kontrovers diskutiert, ob überhaupt geöffnet werden soll oder nicht. Der Aus­schuß kommt überein, der Gemeindevertretung zu empfehlen, das Freibad ab 1.6.1990 offiziell zu eröffnen und Herrn Holzhüter anzubieten, unter den entsprechenden Kon­ditionen wie im Vorjahr, jedoch anstelle des Zuschusses zu den Unterkunftskosten von 100,- DM, 150,– DM Fahrkostenersatz anzubieten. Die Öffnungszeiten sollten samstags und sonntags von 10.00 bis 19.00 Uhr sein, an anderen Tagen 14.00 bis 19.00 Uhr. Bei schlechtem Wetter soll der Bademeister entscheiden können, wann geschlossen wird. Die Eintrittspreise sollten wie in 1988 festgesetzt werden, d. h.:

Kindereinzelkarten                         1,00  DM
Erwachseneneinzelkarten            1,50  DM
Saisonkarten/Einzelperson         20,–     DM
Saisonkarten/Schüler                    5,–    DM
Familienkarten                               30,–    DM

Die Verwaltung wird beauftragt, alle Saisonkarten mit einem Aufdruck zu versehen, dass kein Anspruch auf die vollen Öffnungszeiten geltend gemacht werden kann, wenn der Bademeister entscheidet, dass das Freibad früher geschlossen wird.
Die Verwaltung wird beauftragt, alle Saisonkarten mit einem Aufdruck zu versehen, daß kein Anspruch auf die volle Öffnungszeit geltend gemacht werden kann, wenn die Gemeinde entscheidet, daß das Freibad geschlossen wird.

1992

Finanzrahmen für Sicherstellung der Badeaufsicht 1992.
Es wird berichtet, daß Frau Gurr den Kioskbetrieb übernehmen wird. Frau Porr wird 3 Wochen während der Sommerferien Aufsicht machen. Die von Herrn Gurr in der früheren DDR abgelegte Prüfung als Bademeister wird hier nicht anerkannt und muss von diesem ggfs. erst nachgeholt werden. Nach einer Diskussion wird der Gemeinde­vertretung empfohlen, den Bürgermeister zu beauftragen, für eine Öffnungszeit des Freibades vom 15.6. bis 3o.8.1992 (11 Wochen) für 6 Stunden tägliche Öffnungszeit während der Ferien, ansonsten 5 Stunden tägliche Öffnungszeit, eine Aufsicht für 15,– DM Stundenlohn zu suchen.
Der Ausschuß kommt überein, der Vertretung zu empfehlen, in 1992 keinen Eintritt für den Besuch des Freibades zu erheben.

1993

Der Haupt- und Finanzausschuß hat mehrheitlich empfohlen, wie im vorigen Jahr kein Entgelt für die Benutzung des Freibades zu erheben. Gründe hierfür waren flexible Öffnungszeiten sowie Schwierigkeiten mit dem Einzug der Eintrittskarten und Probleme mit Inhabern von Saison- bzw. Familienkarten bei nicht sicherge­stellter Badeaufsicht. Die FDP-Fraktion beantragt, die Familie Gurr mit dem Einzug der Eintrittsgelder zu beauftragen. GV Pump dagegen verweist auf den hohen Verwaltungsaufwand und lehnt diesen Vorschlag ab.
Auf Empfehlung des Haupt- und Finanzausschusses beschließt die Gemeindevertretung mit 11 Ja-Stimmen gegen 3 Nein-Stimmen und bei 1 Enthaltung, für die Benutzung des Freibades kein Eintrittsgeld zu erheben.
Ebenfalls auf Empfehlung des Haupt- und Finanzausschusses be­schließt die Gemeinde-vertretung einstimmig, die Badeaufsicht in der Saison 1993 wie im Vorjahr zu regeln.
Der Bürgermeister gibt bekannt, dass das Freibad inzwischen geöffnet hat, die Badeaufsicht für die laufende Badesaison aber nicht generell gesichert ist. Wie in der letzten Saison leisten aushilfsweise verschiedenen Betreuer die Badeaufsicht.
Ausschussmitglied Frau Bernien schlägt vor einen Aushang in den benachbarten Gymnasien vorzunehmen um möglicherweise eine weitere Aufsichtsperson zu finden.
Öffnungszeiten:
Nach ausführlicher Beratung schlägt der Ausschuss folgende Öffnungszeit vor:
Außerhalb der Ferien 14:00 – 18:00 Uhr
Innerhalb der Ferien 13:00 – 19:00 Uhr
Voraussetzung für Beides, die Badeaufsicht ist gesichert.

1997

Badeanstalt mit Familienanschluss         Segeberger Zeitung

Andre Gurr

Lentföhrden gehört zu den wenigen Gemeinden im Kreis Segeberg, die über ein eigenes Freibad verfügen. Zwischen dem Sportplatz und der Tennisanlage befindet sich die 1969 erbaute Badeanstalt, die an schönen Sommertagen von bis zu 200 Badegästen besucht wird. Hier gibt es keine extravaganten Superrutschen oder Exotik Zauber, dafür aber viel natürliches Grün rundherum, ausreichend große Schwimm- und Planschbecken und einen sehr sauberen und gepflegten Sanitärbereich.
In dem gut sortierten Kiosk können sich die Besucher mit erfrischenden Getränken, Süßigkeiten und frisch zubereiteten Pommesfrites versorgen. Katrin Gurr, die seit 6 Jahren als Hausmeisterin bei der Gemeinde angestellt ist, leitet in den Sommermonaten den Bade- und Kioskbetrieb. Mit einer Engelsgeduld erfüllt sie selbst die ausgefallenen Wünsche ihrer zumeist jugendlichen Badegäste und hört sich dann noch interessiert ihre Geschichten an.
Nicht nur sie allein wird von den Kindern umschwärmt und geliebt. Auch Ehemann Andre, der in seiner Freizeit die Badeaufsicht und kleinere Reparaturen übernimmt, wird von Jung und Alt geschätzt.
Das Paar kam 1991 von Stralsund nach Lentföhrden, wo sie nach eigener Aussage – gleich sehr freundlich aufgenommen wurden. Während Andre Gurr hauptberuflich als Anlagenschlosser in Ellerau tätig ist, er hielt seine Frau eine Fest-Anstellung bei der Gemeinde, wo sie für die Bereiche Schule, Sportanlagen und Freibad zuständig ist.
Bürgermeister Holger Pohlmann schätzt die Zuverlässigkeit des Paares. „Für mich sind sie die Richtigen an diesem Platz“.

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