Bürgermeister

Bauervogte:
1645 Tym Boye
1714 Jasper Siemens
1770, 1793 erwähnt Jasper Siems
? Wilhelm Böge

Der Bauernvogt war in der vorpreußischen Zeit Schleswig-Holsteins ein Amt der bäuerlichen Selbstverwaltung. Der  Bauernvogt stand an der Spitze der bäuerlichen Hierarchie eines Dorfes. In den alten landesherrlichen Ämtern war er bis 1867 für die Einhaltung der Ordnung (eigene Dorfordnung, Anweisungen des Landesherren) zuständig und vertrat gleichzeitig die Dorfbevölkerung gegenüber der Obrigkeit. In den Dörfern der Adligen Güter war er für die Durchsetzung  der Anordnungen des Gutsherrn zuständig. Aufgrund seiner Zwitterstellung als Vertreter der Obrigkeit einerseits und der
Bevölkerung andererseits, geriet der Bauernvogt häufig in Aufgaben- und Loyalitätskonflikte. Bis zur Verkoppelung im 18.Jahrhundert entschied der Bauernvogt in der bäuerlichen Feldgemeinschaft über Fruchtfolge und Arbeitstermine auf der  Allmende. Häufig war das Amt des Bauernvogtes an eine bestimmte Hufe gebunden, diese Stellen waren oftmals erblich, so dass sich ein sogenannter Bauernadel in den Dörfern herausbildete. In anderen Dörfern wurden die Bauernvögte  unter den Hufnern gewählt, so dass das Amt rotierte. Mit Einführung der preußischen Landgemeindeordnung 1867 wurde das Amt des Bauernvogtes aufgehoben.

Gemeindevorsteher:

1833 bis 1836 Christian Gripp
1838 bis 1840 L.W. Mäckelmann
1841 bis 1842 Hans Mäckelmann
1843 bis 1845 L.W. Mäckelmann
1860 bis 1864 Gripp
1875 bis 1911 Heinrich Mäckelmann
1911 bis 1935 Wilhelm Böge
01.35 – 06.35 Gustav Schröder

Bürgermeister:

Hans Böge 1935 bis 1945  von Kreisleiter W. Stiehr eingesetzt
Hinrich Theege 1945 – 1946 von britischer Verwaltung eingesetzt
Hans Hinrich Böge 1946 – 1948
Hinrich Schröder, FDP 1948 – 1982
Willi Pohlmann, CDU 1982 – 1990
Holger Pohlmann, SPD 1990 – 2002
Norbert Dähling, SPD 2002 – 2003
Kurt Sander, CDU 2003 – 2012
Bernd Specht, SPD 2012 – 2015
Norbert Dähling, WGL seit 2015

Ein Beispiel der Aufgaben eines Bauervogts in einer Ordnung der Gemeinde Niendorf (1753)
1.) Der Bauernvogt soll zum ersten alles Fluchen, Gotteslästerung, Ehebruch, Hurerei, und „andere verdamliche Dinge“ verhindern
2.) keine Saufgelage dulden
3.) Grenzen beaufsichtigen, Jagd-, Holz- und andere Gerechtigkeiten der Herrschaft schützen
4.) auf die regelmäßige Bewirtschaftung der Fluren achten
5.) desgleichen auf die Instandhaltung von Äckern und Wiesen; weiter soll er darauf achten,
6.) daß Äcker und Wiesen mit Gräben umzogen und Weiden sowie anderes Buschwerk gepflanzt werden
7.) daß Häuser und sonstige Gebäude in guten Stand gehalten werden
8.) daß Altenteile nur mit herrschaftlicher Genehmigung eingeräumt werden
9.) daß die Untertanen wenigstens ein Kuhkalb neben anderem Jungvieh jährlich aufziehen
10.) daß die Häuslinge kein Vieh halten
11.) daß jährlich Obst- und Weidenbäume gepflanzt und Gärten und Höfe eingefriedet sind
12.) daß die Untertanen jährlich die örtliche Pachtmühle aufsuchen
13.) daß bei Hochzeiten und Kindtaufen kein Übermaß getrieben wird
14.) daß Wege und Stege instand gehalten werden
15.) daß mit Feuer, Licht und Tabakrauchen vorsichtig umgegangen wird und Feuerlöschgeräte bereit gehalten werden
16.) daß die Backöfen abseits vom Dorf stehen und der Flachs nicht nahe an den Häusern getrocknet wird
17.) daß den Knechten und Mägden statt ihres Lohns kein Korn mehr gesät werde
18.) daß die Untertanen keine Schulden machen und rechtzeitig ihre Abgaben zahlen
19.) daß keine Bettler ins Dorf gelassen und sofort vom Bettelvogt abgewiesen werden
21.) daß kein Holz entwendet wird
22.) daß im Winter abends nach 9 Uhr und im Sommer nach 10 Uhr keine Gäste im Wirtshaus sitzen, am  Sonnabend aber und an Sonn-, Fest- und Bettagen unter und vor geendigtem Nachmittagsgottesdienst niemand Trinkens halber darin vorhanden sei
23.) daß im Krug keine verdächtigen Leute beherbergt werden
24.) daß Kirche und Friedhof instand gehalten werden und Prediger und Küster das ihrige erhalten

 Quelle: Volksleben in Holstein; Karl Sigismund Kramer

Dieser Beitrag wurde unter Personen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar