Zum 30-jährigen Amtsjubiläum des Bürgermeister Herrn Hinrich Schröder

(1978)  vorgetragen von Hermann Petersen

Sehr geehrter Herr Schröder, sehr verehrte Gäste!

Im Namen der Gemeinde Lentföhrden und seiner Vertretung darf ich Sie zum Jubiläum unseres Bürgermeisters recht herzlich begrüßen.

Von der Kreisverwaltung heiße ich den leitenden Herrn Frank herzlich willkommen. Ebenfalls von der Kreisverwaltung, aber nicht mehr amtierend, sind die Herren Eberwein und Herr Dr. Jendis gekommen.

Seien Sie uns herzlich willkommen.  Nicht vergessen und besonders herzlich begrüßen möchte ich unsern langjährigen Kreispräsidenten a.D. Herrn Hastedt.

Ich begrüße die Fraktionskollegen: Frau Bonin, Herrn Schüder, Herrn Christopher, Herrn Pohlmann sowie den Landtagsabgeordneten Herrn Böge aus Hasenmoor.

Aus Kaltenkirchen begrüße ich den Bürgervorsteher Herrn Lettmann und den Bürgermeister Herrn Fehrs, vom Amt Kaltenkirchen-Land den Amtsvorsteher Herrn Schmelow und die Herren Bürgermeister der amtsangehörigen Gemeinden Herrn Schümann Herrn Budenschön, Herrn Fischer und die Bürgermeister a.D.  Herrn Ernst Böttger und Fritz Möller die Herren der Amtsverwaltung Herrn Langmaack und Herrn Krause, von der Kirchengemeinde Herrn Pastor Böttcher und von der Presse Herrn Kamecke.

Damit ich nun keinen der Gäste vergesse, begrüße ich noch die bürgerlichen Mitglieder der Ausschüsse und die Damen und Herren der Vereine und politischen Parteien. Sollte ich trotzdem einen Gast vergessen haben, der sei jetzt noch herzlich gegrüßt.

An einem Tag, an dem ein Bürgermeister auf 30-jährige Amtszeit zurückblichen kann, ist es wohl angebracht, einmal auf diese 3 Jahrzehnte zurückzuschauen, und darum gestatten Sie mir, meine sehr verehrten Damen und Herren, daß ich ganz kurz 30 Jahre zurückblättere.

Am 12.Nov., heute vor 30 Jahren, wurde Herr Schröder zum Bürgermeister gewählt. Er wollte es eigentlich nur einmal versuchen. Aber wie wir heute wissen, war dieser Versuch der Anfang einer großen politischen Karriere. 1949 erfolgte die Berufung in den Kreistag, 1953 wurde Herr Schröder zum Amtmann – heute Amtsvorsteher – vom Amt Kaltenkirchen-Land gewählt. 1954 erfolgte die Wahl zum Landtagsabgeordneten.

Von diesen Beziehungen zu Kreis und Land profitierte natür­lich auch die Gemeinde Lentföhrden. Herr Schröder verstand und versteht es immer wieder, Vorhaben in der Gemeinde voran­zutreiben, an denen sich Kreis und Land enorm beteiligen.

Und da ist er ja ein harter Kämpfer. Wenn nichts mehr geht, versucht er es mit seinem Scharm über die Vorzimmerdamen der Herren Minister.

Ich möchte nun versuchen, den Ablauf der 30 Jahre zu schildern.

  • 1948 Wir befinden uns in den Nachkriegsjahren mit den wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Lentföhrden war durch den starken Zuzug von Vertriebenen überbevölkert. So bestand die Hauptarbeit des Bürgermeisters und der Vertretungin der Wohnraumbeschaffung.
  • 1949 Brennmaterial war ebenfalls sehr knapp. Doch hier fand man die Lösung auf dem Schulverbandsmoor von Hasselbusch.  Da wurde kräftig Torf gegraben, und Torf ist ja bekanntlich besser als Öl. Er spendet zweimal Wärme: einmal beim Graben oder Stechen auf dem Moor und zum zweiten Mal im Ofen.
  • 1954 wurde das Haus Rosenthal gekauft. Es war ein sehr drin­gender Kauf, da der Gemeinde ein Prozeß wegen des roten Schuppens drohte. Durch den starken Einsatz von Herrn Schröder im Kreistag fand die Gemeinde hier eine finan­zielle Unterstützung. Der Beschluß des Kaufes fand bei Blitz und Donner in der Laube von Herrn Schröder statt.

Da die Einnahmen des Haushaltes noch sehr gering waren, setzte man 1951 die Steuersätze für Grundsteuer auf 225% für Gewerbesteuer auf 300% fest.

  • 1954 trat das Amt Kaltenkirchen-Land und somit auch Lentföhrden dem Wegezweckverband bei. Die Gründung wurde erst ermöglicht, indem die Gemeinden des Amtes 30 km von den ca. 100 km Wegstrecken zur Ausbesserung an­meldeten. Über diese Gründung ist man dann zu enormen Ausbauten von Wirtschaftswegen gekommen. Das war auch sehr notwendig, da in diesen Jahren die Motorisierung der Land­wirtschaft anfing.
  • 1955 wurde die Schule renoviert. Sie bekam ein neues Dach. Es wurden WC´s und eine Garage gebaut.
  • 1956 entstand die Siedlung am Dorf. Die monatliche Belastung belief sich mit Anliegerwohnung auf 67,-DM. Die Steuerhebesätze wurden ebenfalls 1956 gesenkt und zwar: die Grundsteuer auf 180 %, die Gewerbesteuer auf 250 %.
  • 1958 kauften die drei Gemeinden Schmalfeld, Nützen und Lentföhrden das Löschfahrzeug LF 8. Das war ein ganz besonderes Ereig­nis. Die Wehr wurde die bestausgerüstete im Kreis.
  • 1958/59 wurde auch die Siedlung Hinrichshöh gebaut. Es entstanden 10 Nebenerwerbssiedlungen mit 2500 qm und 8 Wohnhäuser des Bauvereins Kaltenkirchen mit 800 qm Größe.
  • 1959 baute die Gemeinde mit sehr viel Eigenleistung das Feuer­wehrgerätehaus mit einer Wohnung.
  • 1960 erstellte die Gemeinde auf der Schulkoppel einen Sport­platz. Die gesamten Planierarbeiten verrichtete der bestimmt allen bekannte „Hein Lott“ mit „seiner“ Planierraupe vom Wegezweckverband. An der Straße wurden noch zwei Bau­plätze für einen qm-Preis von 2,-DM verkauft und ein Parkplatz angelegt.

Im folgenden Jahr wurde für die sportliche Ertüchtigung unserer Jugend von der Gemeinde große Aufwendungen erbracht. Am Sport­platz begann man mit dem Bau einer Gymnastikhalle mit einem Kostenaufwand von 159000,-DM.

Anschließend im Jahre 1962 begann die Gemeinde mit dem Bau der Lehrerwohnung. Mit diesen beiden Bauten wurde der Grundstein für ein späteres Schul-und Sportzentrum geschaffen.

Im Jahre 1962 beschloß die Vertretung die Bebauungspläne 1 u. 2 Wankendorfer-und Otterbraack-Siedlung. Die Genehmigung dieser beiden Bauleitpläne erfolgte mit der Auflage, einen F-Plan aufzustellen.  Mit dem Bau der ersten 20 Häuser der Siedlung Otterbraack begann man 1964.

  • 1963 begann die Gemeinde tatkräftig mit dem Ausbau des schon erwähnten Schul-und Sportzentrums. Durch einen Verbindungs­flur zur Gymnastikhalle wurden zwei Schulklassen, ein Gruppenraum mit den erforderlichen Nebenräumen errichtet.
  • 1967 wurde das Schul-und Sportzentrum durch ein Freibad er­gänzt. Bei der Einweihung war unser Landrat damals auch schon unser Gast.

Aufgrund der steigenden Schülerzahlen und des Generalschulbau­planes gründete man 1968 den Schulverband Nützen/Lentföhrden, um einen jahrgangsweisen Unterricht zu ermöglichen. Die Oberstufe- 5. bis 9. Schuljahr – wurde in Lentföhrden, die Grundschüler in Nützen unterrichtet.

Aufgrund der regen Bautätigkeit erfolgte 1971 der Beschluß über die Vollkanalisation. Das Projekt wurde in 4 Bauabschnitten durchgeführt:

1974   1. Bauabschnitt
1975   2.                 “
1975   Anfang 3.   “
1977   4.                 “

  • 1978 wurde der Bau mit einem Kostenaufwand von 2,8 Mill DM abgeschlossen.
    Trotz dieser großen finanziellen Belastung vernachlässigte die Gemeinde die Schulbauten nicht.
    Schon 1969 hatten sich die Gemeinden des Amtsbezirkes zu einem Schulverband zusammengeschlossen mit dem Ziel, in Kaltenkirchen eine amtseigene Hauptschule zu errichten. Dieses Bauvorhaben und die Erweiterung der hiesigen Grundschule um weitere 2 Klassen im Jahre 1972 bedeutete für die Gemeinde eine erhebliche Leistung.
  • 1973 beschloß die Gemeinde, die Sportanlage D zu bauen. Mit der Fertigstellung und Einweihung in diesem Jahre wurde das Schul-und Sportzentrum abgerundet. Somit hat Lentföhrden eine vorbildliche Sportanlage erstellt, die von den hiesigen und auswärtigen Sportlern eifrig und gerne benutzt wird.
    Mit dem Umzug der letzten beiden Grundschulklassen in das neue Schulgebäude wurde 1974 das alte Schulgebäude geräumt und für andere Zwecke nutzbar gemacht. Die Gemeinde beschloß den Umbau in ein modernes Freizeit-und Kultur­zentrum. Die Einweihung fand am 20.11.76 statt.
  • 1975 begann die Sanierung der Wasserversorgung, indem man den alten Meiereibrunnen erwarb. Ein ganzer Teil des Ortes wird heute von diesem Brunnen versorgt. Neben der Betreuung auf dem wirtschaftlichen Gebiet hat die Gemeinde sich auch Gedanken über die menschliche Betreuung gemacht, und ab 1.1.1975 eine Gemeindeschwestern­station eingerichtet, damit alten und in Not geratenen Bürgern geholfen werden kann.
  • 1977 befaßte die Gemeinde sich wieder mit Baulandbevorratung. Aufgrund des neu entwickelten B-Planes an der Weddelbrooker Straße wurde das Verfahren zur Änderung des F-Planes eingeleitet. Dieser F-Plan wurde eingehend von der Vertre­tung beraten. In einem Anhörverfahren wurde auch den Bürgern Gelegenheit gegeben, Änderungen und Bedenken einzureichen. Am 2.Nov.87 wurde der F-Plan von der Vertretung beschlos­sen. Vor einigen Wochen wurde der Feuerwehr ein Mannschafts­wagen übergeben. Unsere Feuerwehr, die auch Atemschutzge­räte und Funkgeräte besitzt, ist somit mit den modernsten Geräten für die Brandbekämpfung ausgerüstet. Zu erwähnen wäre noch der in diesem Jahr fertiggestellte Wirtschaftswegebau mit Betonspurbahnen von ca. 5 km. Der Kostenaufwand belief sich ca. auf 270000,-DM Bezuschußt wurde dieses Vorhaben mit 75 %. Aus der 30-jährigen Amtszeit unseres Bürgermeisters Herrn Schröder habe ich nur die größten Vorhaben in Erinnerung gerufen. Alle diese Vorhaben forderten von der Gemeinde gewaltige finanzielle Aufwendungen. Ein Blick auf die Entwicklung der Haushaltsvolumina zeigt deutlich den Aufstieg.

So hatten wir 1951 ein Haushaltsvolumen von 50580,-DM im 5-jährigen Abstand stieg die Summe wie folgt:

1956 – 74446,- DM
1961 – 117698,-DM
1966 – 217587,-DM
1971 – 429719,-DM
1976 – 1872000,-DM

Der gewaltige Anstieg der Haushalte im Jahre 1951 von 74446,-DM auf 1.872.000,-DM im Jahre ’76 zeigt, daß die Gemeindevertretung mit dem Bürgermeister an der Spitze aktiv gewesen ist, daß sie kein Risiko gescheut hat und sich mit großem Verantwortungs-bewußtsein für das Wohl der Bürger eingesetzt hat.

An dieser Stelle möchte ich nun allen Gemeindevertretern, und insbesondere unserem Bürgermeister Schröder Dank und Anerkennung aussprechen.

Als äußeres Zeichen des Dankes möchte ich nun unserem Jubilar die Urkunde Überreichen.

Dieser Beitrag wurde unter Heimat, Kriegszeit, Personen, Politik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar