Der Wasser- und Bodenverband der Krummbek und der Dreckau

Der Wasser- und Bodenverband der Krummbek und der Dreckau
Am 3. April 1959 wurde in einer Versammlung die Gründung des Wasser- und Bodenverbandes verhandelt und beschlossen.
Der Bach führte im Frühjahr und im Herbst sehr viel Wasser mit sich, daß er die anliegenden Wiesen überschwemmte. Ein Gutachten der Landwirtschaftskammer hatte die Entwässerungsmaßnahme durch eine Regulierung der Krumbek und der Dreckau empfohlen und man erhoffte sich so einen besseren Kulturzustand. Die Kosten für die Maßnahme wurden mit rund 500.000 DM veranschlagt (darin waren auch drei Betonbrücken), wobei der größte Teil der Kosten aus öffentlichen Mitteln gegeben wurde. Die restliche Summe wurde entsprechend dem Vorteil der Mitglieder verteilt, welches durch einen unparteilichen Schätzer eingestuft wurde. Das betroffene Gebiet wurde auf 151 ha beziffert. (Bild links: Krumbek vor der Regulierung v. d. B4 flussaufwärts)

Auf dieser Versammlung wurde der Ausschuss und dann der 1. Vorstand gewählt.

Jasper Schümann,         Vorsitzender
Hinrich Schröder,          Beisitzer
Hermann Peters,                “
Heinrich Böge,                   “
Walter Siems,                    “

Sämtliche Wahlen erfolgten einstimmig durch Zuruf.
So wurden alle Anlieger erfasst und dem Verband hinzugezogen. 5 Grundstückseigentümer legten ohne Erfolg Widerspruch ein. Aus der ersten Hebeliste von 1960 geht ein Mitgliederzahl von 45 Grundstückseigentümern hervor. Insgesamt wurden so durch Beiträge im 1. Jahr 1764,60 DM eingenommen. Durchschnittlich waren jährlich von den Mitgliedern 30,00 DM pro ha zu zahlen.
Ingenieur Alfred Bludau aus Nahe wurde beauftragt, das Gebiet tachymetrisch aufzunehmen, einen Lageplan zu erstellen, Bodenproben zu nehmen und die 7 km Wasserlauf aufzutragen.

SZ – Das Bild (1962) führt einen der bedeutenden Stürze vor Augen, die für die Krumbek flussabwärts gebaut wurden. Im Hintergrund sieht man den 6,5 m hohen Eisenbahndamm von anno 1898

Fa. E. Kaiser aus Kiel-Wellsee wurde beauftragt, mit dem I. Ausbau der Dreckau zu beginnen.
1959 wurden die ersten 1500 m Ausbauarbeiten an der Dreckau ausgeführt. Es wurden 7 Sohlabstürze, 3 Betonbrücken und 1100 lfdm Vorfluteinrichtungen erstellt. Insgesamt wurden, um den schnellen Ablauf des Wassers zu hemmen, 27 Staustufen eingebaut.
Der II. Ausbau wurde von der Fa. Max Schwalbe aus Plön ausgeführt. Dabei wurde u.A. auch der Eisenbahn – und Straßendurchlass neu hergestellt. Diese Maßnahme kostete insgesamt 70.000 DM. Der Wasserspiegel wurde in dem 4,5 km langen Bach um 60 cm gesenkt.
Aus Anlass der Gründung des Wasserverbandes Ohlau (Unterhaltungsverband) mit Sitz in Kaltenkirchen im Jahr 1963 erhielt die Satzung des Wasser- und Bodenverbandes „Krummbek – Dreckau“ eine neue Fassung. Der Verband war somit ein Unterverband im Unterhaltungsverband Ohlau, und dementsprechend wurde seine Aufgabe geändert. Dem Verband gehörten die Orte Heidmoor, Kattendorf, Kisdorf, Lentföhrden, Nützen, Oersdorf, Schmalfeld, Winsen und Kaltenkirchen an.
Auf der Mitgliederversammlung im Dezember 1978 wurde beschlossen den Verband aufzulösen und die Abwicklung der Schulden dem Ohlau-Verband zu übertragen.

SZ – Das Bild (1962) zeigt den begradigten Verlauf der Krumbek, im Hintergrund die aus Granit gefertigte Brücke aus dänischer Zeit von anno 1833

Erklärung:
Name Krumbek bis zur Brücke Kieler Strasse, dann Übergang in die Dreckau.

Die Au entspringt an zwei Stellen im Grothmoor. Eine Quelle liegt südlich Richtung Springhirsch, die andere, teilweise verrohrte Quelle, entspringt östlich im Moor, kurz hinter Dieter Wich rechts der Straße nach Heidmoor.
Die heutige Bezeichnung wäre umgekehrt richtiger. Das Quellgebiet sind die „Dreckwiesen“ (Bezeichnung für unfruchtbares Land). Die Wortendung bek steht für eine Aue, also ein Fließgewässer. Hinter dem Bahndamm verlief die Au ursprünglich in vielen Krümmungen.

Quelle:    Jahresarbeit „Die Entwicklung des Dorfes Lentföhrden seit 1945“ von Klaus Kühl
Protokolle des Wasser- und Bodenverband (1959-1981)

 

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