Die Post im Ort

Von Postbüdeln und Räubern

Im Jahre 1850 errichtete die Kopenhagener Regierung eine Briefsammelstelle Landpost Nr.4 in Kaltenkirchen. Die vom Departement der Finanzen der Statthalterschaft für Schleswig-Holstein, dem das Büro unterstand, erlassene Verfügung über die Errichtung einer Landpost-Briefbestellung in Kaltenkirchen lautete:

In dem Kirchspiel Kaltenkirchen wird zum 1. Mai d.J. eine Landpost-Brief­bestellung eingerichtet. Die Landpost-Briefbestellung empfängt von der Post expedition in Bramstedt die zu bestellenden Briefe, bringt die einge­sammelten Briefe dahin und rechnet überhaupt nur mit der genannten Post-expedition.
Für Briefe und Pakete nach dem Landpost-Bestellbezirk Kaltenkirchen kommt die Taxe für Bramstedt in Anwendung. Das Landporto wird von der Landpost-Briefbestellung erhoben und berechnet.

Zum Kaltenkirchener Bezirk gehörten anfangs 17 Ortschaften: Oersdorf, Bredenbekshorst, Götzberg, Henstedt, Hüttbleck, Kaltenkirchen, Kampen, Kattendorf, Lentföhrden, Nützen, Kisdorf, Rugenhorst, Schmalfeld, Struven­hütten, Ulzburg, Wakendorf und Winsen. Springhirsch gab es noch nicht.

Nach dem Sieg der Preußen 1866 über Österreich in den sogenannten Einigungskriegen erfolgte die Umwandlung in eine preußische Postex­pedition. Ab 1871 heiß es Deutsche Reichspost. Erst seit 1876 (nach Ver­schmelzung der Post mit der Telegraphie) hieß es Postamt.

Mit Aufnahme des Eisenbahnverkehrs am 20.08.1898 bekam Lentföhrden eine eigene Postagentur. Der hiesige Zustellbereich umfasste außer dem eigentlichen Dorf noch Nützen, Kampen, und später die Lager 1 – 3 sowie Springhirsch (das bis 1936 zu Kampen gehörte). Dieser Dienst endete 1923.

Zugestellt wurde zweimal täglich: Zwischen 7 und 12 Uhr vormittags, am Nachmittag wiederum von 16 bis 19 Uhr. Auch an Sonn- und Feiertagen wurde zweimal zugestellt, und zwar in der Zeit von 8 – 9 Uhr und 17 – 18 Uhr. Der Schalter hatte werktags von 9 – 12 Uhr geöffnet.

Allerdings noch ohne Telegraphenanschluß. Bahnhofswirt Theodor Krewitt be­trieb die Post bis zum 10.11.1901. Ihm folgte Postagent Heinrich Vogt. Postbote war Arthur Thies aus Kaltenkirchen. 1899 wurde Wilhelm Lohse Hilfspostbote. Seinen Militärdienst leistete er beim 3. Garderegiment zu Fuß in Berlin ab. Lohse wurde nach Elmshorn versetzt und fiel im Januar 1915 im Weltkrieg.

1911 kam ein weiterer Zusteller hinzu. Arthur Thies, Vater des Meieristen Rudolf Thies, wurde 1936 ebenfalls nach Elmshorn versetzt. Er verkaufte sein Wohnhaus an den Landmann Mißfeldt. Sein Nachfolger hieß Grunert. Überliefert ist aus dieser Zeit folgendes: Eine hiesige Bauerntochter wollte in Kaltenkirchen ein Hochzeitsgeschenk machen. Sie hatte sich da voreilig verplappert, denn Geld dafür hatte sie nicht. Als das erwartete Geschenk nicht eintraf, behauptete sie, es mit der Post geschickt zu haben. Das flog natürlich auf. Arthur Thies soll sehr wütend gewesen sein…

Im Juni 1900 kam dann auch der erste öffentliche Fernsprecher in den Ort. Den ersten privaten Telefonanschluß des Ortes hatte die Dorfmeierei unter Henning Schulz.

Im Weltkrieg kam die Postzustellung in Bedrängnis. Das Kriegsgefangenen­lager in Springhirsch und die hiesigen Lager 1-3 bedeuteten eine enorme Mehrarbeit: Feldpost und ein bis zwei wöchentliche Waggons mit Paketen für 5–6.000 Kriegsgefangene mussten zusätzlich bewältigt werden. 1917 wurde der kriegsbeschädigte Otto Götsch zusätzlich als Postschaffner eingestellt. Es gelang, diese enormen Mengen zu bewältigen und Vogt bekam im Dezember 1917 stellvertretend das Verdienstkreuz für Kriegshilfe. In Deutschland wurden täglich etwa 8.5 Millionen Stück befördert.

Ab dem 01.01.1919 betrieb Max Jipp die Agentur bis zu seinem frühen Tod. Am 05.08.1920 übernahm der kriegsbeschädigte Hinrich Theege (*1894) die Postagentur, die jetzt bei Johannes Pohlmann in der heutigen Schulstraße betrieben wurde (1920-1922). Theege war verheiratet mit der Witwe Dora Haack aus Kellinghusen, die ihre Tochter Else mit in die Ehe brachte.
1921 konnte Theege für 50 Mark ein Grundstück von der Gemeinde erwerben und bebauen. Die Post zog wieder um.

Kieler Straße

Else versah den Schalterdienst (später auch Else Bonnhoff und Ilse Schulze), Hinrich Theege arbeitete hauptberuflich als Handelsvertreter für den Mühlen­ und Landhandelsbetrieb J. F. Andersen in Kisdorf und vertrieb Saaten der Firma Neufeind aus Barmstedt.

Bei Theege in Stellung, wie es damals hieß, war Irma Oeser. Wenn viel Post anfiel, dann musste auch die „Köksch auf die Straße. Bauer Kruse lag dann in ihrem Zustellungs-bereich. Da gab es einen Hofhund, der hatte es Irma be­sonders angetan. War er nicht gleich zur Stelle, dann suchte sie ihn. Allerdings hatte dieses Vergnügen ein jähes Ende: Das Tier war in einer Regentonne ertrunken. Das konnte sie lange nicht verwinden. 1932 wurde die Postzustellung verkraftet. Das brachte der Reichspost zahl­reiche Beschwerde-briefe ein, brauchten doch Briefe aus Hamburg mehrfach drei Tage bis zur Zustellung. Die Kraftpost war morgens kurz nach acht Uhr hier, um 8.30 Uhr kam der Postzug aus Altona. Ihre Fracht durften sie hier aber nicht abgeben. Sie wurde bis Bad Bramstedt befördert, von dort dann abends hierher gebracht und am nächsten Tage bestellt.

Briefgebühren der Inflationszeit (Briefe bis 20 g):

01 .04.1921     0,60 Mark  01.09.1923                     75.000 Mark
01.01.1922             2 Mark  20.09.1923                 250.000 Mark
01.10.1922             6 Mark  01.10.1923              2.000.000 Mark
15.11.1922             12 Mark  10.10.1923              5.000.000 Mark
15.12.1922             25 Mark  01.11.1923         100.000.000 Mark
15.01.1923             50 Mark  05.11.1923     1.000.000.000 Mark
01 .03.1923         100 Mark 12.11.1923     10.000.000.000 Mark
01 .07.1923         300 Mark 20.11.1923    20.000.000.000 Mark
01 .08.1923       1000 Mark  26.11.1923  80.000.000.000 Mark
24.08.1923    20.000 Mark  01.12.1923   10 Rentenpfennig

Nachdem die Nationalsozialisten die Regierungsgeschäfte übernahmen, wurde im Rahmen eines Vereinfachungsgesetzes die Reichspost (Postminister Wilhelm Ohnesorge) ermächtigt, Rechtsvorschriften ohne Beteiligung anderer Stellen zu erlassen. Am 01.04.1939 wurden die Postagenturen in Poststellen umbenannt. Im Verlauf des totalen Krieges wurde der Postdienst ab 1944 stark eingeschränkt. Privatpost war hiervon ebenso betroffen wie Päckchen, Drucksachen oder Mischsendungen. Die Sonntagszustellung entfiel, der private Fernsprechverkehr wurde ebenfalls eingeschränkt. Eilnach­richtenkarten mit maximal 10 Worten wurden aus den von Bombenangriffen bedrohten Luftnotgebieten kostenlos befördert.

Am 05.05.1945 um 8.00 Uhr trat die Teilkapitulation Norddeutschlands in Kraft. Mit dem Kriegsende stellte die Reichspost ihren Dienst aufgrund des Gesetzes Nr. 76 der Militärregierung ein. Davon waren auch der Post­scheckbetrieb und das Fernmeldewesen betroffen. Alle Postschalter wurden geschlossen, sämtliche Postsendungen beschlagnahmt. Sie wurden später zugestellt, gelegentlich erst nach Monaten und auch Jahren. Der Post­scheckdienst konnte seinen Dienst schnell wieder aufnehmen, das Telefon­netz stand unter alliierter Überwachung und konnte zivil nicht genutzt werden. Behördenpost wurde von Bad Segeberg aus mit einem Kurierdienst befördert, nur in Bad Bramstedt, Kaltenkirchen und Ulzburg stellte die Reichspost weiterhin zu.

Am 19.09.1945 wurde in Bad Salzuflen eine Reichspost-Oberdirektion für die Britische Zone (BZRPO) geschaffen und das Gebiet in neun Bezirke eingeteilt. Hier waren es die Bezirke Hamburg und Kiel, die durch Reichspostdirektionen geleitet wurden. Sendungen wurden freigemacht mit AM-Postmarken. Nach Kriegsende versammelten die Briten auf dem Flugplatz Moorkaten über zehntausende beschlagnahmte Kraftfahrzeuge. Die Postanschrift lautete: German Chief Manager of the Captured Enemy Vehicle Park, Lentfoehrden.

Ab dem 15.06.1945 wurde der allgemeine Postverkehr wieder aufgenommen, für Privatpersonen waren anfangs aber nur Postkarten zugelassen. Das Porto betrug 6 Pfennig.

Im Oktober 1945 führte der Bürgermeister Theege (in Doppelfunktion, er wurde durch die britische Militärregierung eingesetzt) beim Postamt Bad Bramstedt Beschwerde darüber, dass die Post nur noch an drei Tagen in der Woche ausgetragen wurde. Das war auch für die Gemeindeverwaltung störend, da viele Anfragen nicht termingemäß beantwortet werden konnten. Ferngespräche mussten schriftlich beantragt werden. Ebenso musste bei­spielsweise der Feuerwehrhauptmann schriftlich beantragen, zur Zentrale nach Segeberg fahren zu dürfen. Es herrschte noch Misstrauen zwischen Siegern und Besiegten.

Seit dem 1. Mai 1946 gehörte die hiesige Poststelle zum Postamtsbereich Kaltenkirchen, am 01.10.1975 wurde Neumünster zuständig. Die Post kam mit der AKN.

1949 meldete die Gemeinde dem Kreiswohnungsamt:
Betrifft: 6 monatliche Wohnraumbestandsmeldung
Nachr. Blatt 23/161.
Zu obigem Vorgang wird mitgeteilt, daß in der Gemeinde Lentföhrden 2 Wohnräume als gewerbliche Räume benutzt werden. Es handelt sich um das Gemeindebüro und um die Poststelle. Beide Räume sind je 20 qm groß.
Der Bürgermeister

Die zahlreichen Flüchtlinge im Ort machten der Post das Leben auch nicht leichter, da aus verschiedenen Gründen häufig Wohnungswechsel durchge­führt wurden.

Am 01.04.1950 wurde die Deutsche Bundespost in ihrer damaligen Rechts­form gegründet. Erster Postminister war Hans Schubert (1949 – 1953).

1963 – Hr. Einfeld, Fr. Kirstein, Fr. Theege

Nachdem Theege pensioniert wurde, übernahm die gebürtige Königsbergerin Ruth Kirstein sein Amt. Seit dem 01.06.1959 befand sich die Post im Hause Am Bahnhof. In den Räumen praktizierte zuvor Dr. med. Heinz Wellach.

Hinrich Theege hatte Ruth Kirstein empfohlen, da sie über eine kauf­männische Ausbildung verfügte und das Haus einen separaten Eingang besaß. Die Öffnungszeiten waren werktags: 09-11.30 h und 15-17 h. Der Ort hatte 1.150 Einwohner.

Am Bahnhof

Seit dem 01.04.1961 gehört Lentföhrden zum Postamtsbezirk Kaltenkirchen.

1959 trat Hilda Mathe in den Postdienst. Daraus wurde eine Dienstzeit von 27 Jahren. Sie kam als Nachfolgerin von Alfred Köhn. Hilda Mathe unterbrach ihre Tätigkeit für einige Jahre, um sich der Mutterrolle zu widmen. Kurzzeitig trat Heinrich Neitz jetzt in den Postdienst.

Im Herbst 1970 erhielt die Poststelle eine neue Schalteranlage. Das schaffte Platz und die Lichtverhältnisse wurden verbessert. Und wichtiger noch, es kam ein Postauto. Damit konnte die beschwerliche Tour nach Heidmoor endlich weniger mühsam bewältigt werden.

Der Weg nach Heidmoor war beschwerlich, die Tour lang. Es konnten leicht 40 km werden, anfangs zu Fuß, dann mit dem Fahrrad und endlich mit dem Auto. Aber viele der Heidmoorer waren praktisch denkende Leute. Traf man sich unterwegs, dann wurde auch schon mal die Post für die Nachbarn mitgenommen. Das ersparte dann schon viel Mühsal. Oder es gab Abmachungen mit weitab gelegenen Kunden: Wenn Du nur Werbung bringst und nichts wichtiges dabei ist, dann brauchst Du nicht extra zu kommen, hat Zeit bis morgen.

Hier ging die Vernunft vor Dienstvorschrift. Im Winter gab es dann auch schon mal einen Schnaps als Frostschutz. Die Tageszeitung wurde allerdings immer täglich zugestellt.

Zu den weiteren Aufgaben der Postler gehörte auch die Telegrammzustellung. Dafür gab es einen kostenlosen Telefonanschluß und pro Telegramm eine Extrazulage.

Die Zustellbereiche Nützen und Kampen wurden anfänglich auch von hier be­dient, kamen dann aber an Kaltenkirchen, dafür kam das weitläufige Heidmoor hinzu. Die Enklave Wierenkamp wurde von Kaltenkirchen bzw. Schmalfeld aus bedient.

Ruth Kirsteins Nachfolgerin (sie ging 1982 in den Ruhestand) kam aus Kisdorf. Rosemarie Bernin begann ihre Postkarriere 1979 in Kisdorf als Vertretung für Detlef Arens. Ab 1980 machte sie Schalterdienst in Kaltenkirchen, danach wurde sie in Lentföhrden eingearbeitet. Wie überall im Leben, gab es auch bei der Post Pannen. Wenn die Adresse unvollständig war, dann bedurfte es schon Spürsinn, um bei den häufigen Familiennamen Schröder, Schroedter, Böge und Pohlmann nichts zu ver­wechseln, was aber gelegentlich doch geschah. Ärgerlich für die Empfänger, wenn es sich um dringende Dokumente oder Kontoauszüge handelte. Mein Hund beißt nicht! Diesen Spruch kennt jeder Postler. Trotz Bestechung mit Hundefutter waren 1 – 2 Hundebisse jährlich die Regel. Einer dieser Rabauken hatte eine Vorliebe für Autoreifen. Sie schmeckten ihm aber nur, wenn eine Vertretungskraft kam. Das bedeutete mehrere Platten wöchentlich, jedes Mal musste nach Postvorschrift ein Servicewagen aus Neumünster kommen. Klar, dass damit alle Zeitpläne Makulatur waren. Und die Empfänger warteten und warteten. Die Postfiliale am Bahnhof zog zum 01 .04.1983 um in die Kieler Straße. Hier hatte Kaufmann Wilhelm Kröger eigens für die Post an seinen EDEKA-Markt umgebaut. Ende Januar 1988 wurde die Post überfallen. Der bewaffnete und maskierte Räuber erbeutete 7.000 DM. Insgesamt gab es hier drei Einbrüche mit viel Sachschaden, der Tresor widerstand aber allen Annäherungsversuchen. Frau Bernin musste sogar einmal eine halbe Nacht in der Post verbringen, weil Tür und Fenster zertrümmert waren. Wohl keine schöne Nacht. Gefahr drohte auch aus den eigenen Reihen: Mindestens drei der hiesigen Postzusteller wurden wegen Veruntreuung entlassen, einer musste ins Gefängnis. Ein gewisses Risiko trugen die Zusteller immer, als noch viel mit Bargeld hantiert wurde. Die Rundfunkgebühren wurden (seit 1923) bar kassiert und auch die Renten bar ausgezahlt. Da kamen denn schon stattliche Beträge zusammen, die auf einsamen Wegen beispielsweise nach Heidmoor gebracht wurden. Aber hier ist nichts passiert. Nachfolgerin für Hilda Mathe ist bis heute Gisela Oeltjen.

Nach 27 Dienstjahren ging am 21 .08.2004 auch Günter Gooden in den Ruhe­stand. Seine letzte Fahrt machte er mit einem geschmückten Postauto, ein Abschiedsgruß der Kollegen. Die Segeberger Zeitung schrieb am 01.09.2004:

Für Günter Gooden (60) war sein letzter Tag bei der Post vor seiner Pensionierung wie jeder andere – voller Arbeit. Der Briefzusteller, der in Lentföhrden mit Ehefrau Helga wohnt, war seit 1977 beim gelben Riesen tätig. Gooden hat Autoschlosser gelernt und arbeitete danach als Werkzeugmacher. Er trieb viel Sport und half gern ab und zu in der Betriebs-Fußballmannschaft der Post aus. Als im Unternehmen eine Stelle als Briefträger frei wurde, griff Gooden zu. Er fing in Lentföhrden an. Als dort das Postamt schloss, wurde er nach Kaltenkirchen versetzt. Sein Zustellbezirk änderte sich jedoch nicht. Er war weiter für Teile seines Heimatdorfes Lentföhrden und Heidmoor zuständig. Übrigens, nur einmal wurde „Günni, wie ihn seine Kolleginnen und Kollegen liebevoll nennen, vom Hund gebissen. Im Ruhestand will sich Gooden mehr um seine beiden Motorräder – eine BMW und eine Honda – kümmern.

Seine Nachfolgerin wurde Claudia Mochwitz. Der Anbau wurde 1998 abgebrochen, ab dem 01.04.1998 wurde die Post jetzt im EDEKA-Markt betrieben. Bis – ja, bis es wieder krimireif wurde. In der Nacht vom 29.04 zum 30.04.2004 hebelten Unbekannte ein rückwärtiges Fenster auf und gelangten so in den Markt. Diesmal war der Tresor den Eindringlingen nicht gewachsen. Die Täter verschwanden mit über 40.000 € und großen Mengen an Briefmarken. Offen­bar Vielschreiber oder Preisausschreiben-Fanatiker. Dieser Raub hatte für das Dorf allerdings noch weitreichendere Konse­quenzen. Kaufmann Horst Kröger stellte den Postbetrieb daraufhin sofort ein. Das Risiko wurde ihm zu groß. Das brachte für die Einwohner zwar Unan­nehmlichkeiten mit sich (wer nicht angetroffen wurde, musste beispielsweise seine Pakete aus Kaltenkirchen abholen), andererseits war der Filialvertrag sowieso zum Jahresbeginn 2005 gekündigt. Die Deutsche Post bot bundesweit neue Verträge an, die eine deutliche Reduzierung der Provision um rund 30 % vorsahen. Damit wäre die Filiale nicht mehr kostendeckend zu betreiben gewesen. Ein Schritt zur Verringerung der Anzahl der Postagenturen. Aktionäre vor Kundennähe? Damit war der Ort für 5 Monate ohne eigenen Postschalter. Die Gemeinde protestierte. Es gab eine Selbstverpflichtung der Deutschen Post, in Orten mit über 2.000 Einwohnern präsent zu sein. Darauf pochte die Kommune. Nach einiger Sucherei fand die Deutsche Post einen Betreiber in dem Blumengeschäft Liebig in der Kieler Str. 84. Mit Datum vom 09.09.2004 endet vorerst die Postgeschichte des Ortes in diesem Bericht.

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