Via Regia

von Uwe  Looft

Zur Waldburg von Schmalfelder Str. – Alte Landstr.

Die königliche Straße (unter dem Schutz des Königs stehend) wurde auch als Ochsenweg oder Heerweg bezeichnet. Sie verlief, von der Cimbrischen Halbinsel kommend, nach Neumünster und dann westlich vorbei an Boostedt über Großenaspe nach Bramstedt und von dort über die Hambrücke (im jetzigen Kurgebiet) in die Gemarkung Lentföhrden an der Hohenstegener Brücke, um dann über Kaltenkirchen und Ulzburg nach Hamburg zu führen. Eine weitere Route führte ab hier direkt nach Süden durch die Kaltenkirchener Heide.

Der Ochsenweg erlangte Bedeutung durch das Wachstum der rheinischen Städte und die allgemeine Bevölkerungszunahme vor dem 30jährigen Krieg.

Eine Boomzeit! Der Fleischbedarf konnte durch Eigenproduktion nicht mehr gedeckt werden. Die saftigen Wiesen Jütlands hatten darauf die ökonomische Antwort. Für Bramstedt sind Herden von 600 – 1.000 Tieren pro Trieb belegt, auch gelegentlich mehr. Das war schon ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.

Viele der heute noch existierenden Gaststätten haben hier ihren Ursprung.

Bei der Krummbeksbrücke dürfte sich eine Furt befunden haben, die auch die Silbe föhrden im Ortsnamen schlüssig macht.

1774 wurde in Bramstedt auf Order des dänischen Königs eine Poststation errichtet. Seitdem wurde der Weg (Straßen gab es noch nicht) auch von Reitenden Posten und der Fahrpost genutzt.

Mit Fertigstellung der Altona-Kieler-Chaussee 1832 endet praktisch die Geschichte der Via Regia. Lediglich für den Ochsentrieb, der allerdings schon ab dem kriegerischen 17. Jh. deutlich an Bedeutung verlor,  blieb der Weg noch in geringer Nutzung, bis die Eröffnung der Marschbahn auch dieses Kapitel beendete.

Spuren sind noch in einigen Flurnamen erhalten (Alte Landstraße, jetzt Zur Waldburg).

Straße Zur Waldburg

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