Die Entwicklung der Bauernfamilien

Die Entwicklung der Bauernfamilien.                                  bis 1950 von Erwin Voss

In Verbindung mit einer um das Jahr 1750 angefertigten Dorfkarte lässt sich die Geschichte vieler heutiger Lentföhrdener Familien bis in die Gegenwart verfolgen. Für das Dorf als Ganzes gesehen, sieht man, dass alle Häuser nördlich der Dreckau standen. Über diese führte keine Brücke. Der Weg nach Nützen und Kaltenkirchen durchquerte bei der jetzigen Badeanstalt die Au. Alte Leute könnten sich entsinnen, dass sie bei der Heuernte in den Wiesen mit vollem Heuwagen durch die Furt gefahren sind.

Wenn man die Anzahl der Hufen von 1537 bis 1740 verfolgt, dann macht man die Feststellung, dass sie fast dieselbe geblieben ist. Die Ursache lag darin, dass auch hier, wie in vielen anderen Gegenden Deutschlands, das Erbe nur auf ein Kind fiel. Der jüngste Sohn übernahm den Hof vom Vater. War kein männlicher Erbe da, dann bekam die jüngste Tochter den Besitz.

Ein anderer Grund, warum eine Teilung nicht möglich war, war der, dass das Land Allgemeinbesitz war. Zur eigentlichen Hufe gehörten nur der Garten und eine Hauskoppel. Bei der Übergabe der Hufe an den Erben wurde eine Belastung derselben vermieden. Die übrigen Kinder bekamen ihren wertmäßigen Anteil des Inventars.

Auf einer Karte, die aus der Zeit 1770 stammt, sind folgende Namen aufgeführt: 1. Vollhufner Hans Hinrich Wessel, 2. Vollh. Jasper Siems, 3. Vollh. Jochim Grelck, 4. Vollh. Jochim Griep, 5. Vollh. Wittern Kühl, 6. Bauervogt Jasper Siems, 7. Vollh. Claus Gülk, später Jochim Holtorf, 8. Vollh. Timm Götsch (an anderer Stelle Götzke geschrieben), 9. Halbhufner Wittern Orth, 10. Viertelhufner Hans Fölster, 11. Viertelh. Carsten Biehl, 12. Vollh. Hans Boye , 13. Viertelh. Hinrich Hartmann, 14. Kätner Jasper Siems, 15. Kätner Dierks Boye, 16. Kätner Hans Gülk (1755 erbaut), 17. Hirtenkate, Schulkate, (Nr. 13, 14 und 15 wohnen in Wierenkamp.) Wie aus Nr. 17 hervorgeht, war die Schule bis zum Jahre 1777 in der Hirtenkate, die dort stand, wo heute Gustav Koopmann wohnt. Wer zu dieser Zeit hier Lehrer war, ist nicht bekannt. Es ist aber anzunehmen, daß der Dorfhirte während der Wintermonate den Unterricht erteilen mußte. Das alte Schulhaus, das 1777 erbaut wurde, stand dort, wo Tönjes Peters wohnte.

bauern1Auf einer Karte, die nach der im Jahre 1793 vorgenommenen Landverteilung gezeichnet ist, sind die Besitzer dieser Zeit eingetragen. Auf dem nebenstehenden Dorfplan, der nach dieser Karte angefertigt ist, zeigen die eingetragenen Nummern, wo die einzelnen Hufen lagen. Die eingetragenen Nummern sind:1. Vollhufner Hans Hinrich Wessel, 2. Vollh. Jasper Siems, 3. Vollh. Marx Biehl, 4. Vollh. Christian Gripp, 5. Vollh. Claus Fölster (vorher Steffen Kühl), 6. Bauervogt Jasper Siems, 7. Vollh. Claus Gülk, 8. Vollh. Bartold Rickert, 9. Halbhufner Andreas Orth, 10. Viertelhufner Paul Grelk, 11. Viertelh. Carsten Biehl, 12. Vollh. Hinrich Boye, 13. Kätner Hinrich Fölster, 14. Kätner Jasper Siems, 15. Kätner Diercks Boye, 16. Kätner Ratje Storjohann, 17a. Hirtenkate, 17b. Schulkate, 17c. Kätner Hans Bestmann. (Nr. 13, 14 und 15 wohnen in Wierenkamp.)

Bei einem Vergleich der drei aufgeführten Besitzregister muß es auffallen, daß die Hufenzahl seit dem Jahre 1538 dieselbe geblieben ist, nämlich 15. Die Katenstelle Nr.16 (heute Gustav Pohlmann) wurde 1755 durch Hans Gülk erbaut.

Zu eigentlichen Hufe gehörte nur der Garten und eine kleine bei der Hufe liegende Wiese. Eine Belastung der Hufe wurde bei der Übergabe vermieden. Es ist also die hier üblich gewesene Erbfolge der Grund, daß einige Hufen jahrhundertlang in derselben Familie waren. Wie aus dem obigen Dorfplan hervorgeht, lag das ganze Dorf bis zu dieser Zeit nördlich der Au. Die südlich der Au liegenden Häuser sind also erst nach dieser Zeit entstanden, wahrscheinlich erst nach Fertigstellung der Altona-Kieler Chaussee 1832. Das Haus von Christian Gripp (Nr. 4) mußte beim Chausseebau verschwinden. Es wurde dort, wo heute Fritz Dührkop wohnt, neu erbaut. Eine weitere Veränderung brachte das Jahr 1903 mit sich. Am 1. Juli dieses Jahres wurden neun östlich der Chaussee liegende Häuser, darunter vier stattliche Bauernhäuser, durch eine Feuersbrunst vernichtet (s.Foto). Wieder aufgebaut wurden die Häuser von Hans Böge (Gastwirtschaft) und Wilhelm Böge. Letzterer errichtete dort sein Haus, wo bisher H. Wessel gewohnt hatte. Das Wohnhaus von Wilhelm Böge (jetzt Heinrich Böge) steht auf der alten Dorfstraße. H.Wessel baute dort, wo dann heute Johannes Götsch wohnte, und Konrad Wartjenstedt kaufte am 22. März 1906 das alte Schulhaus.

Durch die Erbfolge ist es zu erklären, dass einige Hufenstellen jahrhundertlang in einer Familie blieben. War kein männlicher Erbe vorhanden, so trat an dessen Stelle die jüngste Tochter. Die anderen Geschwister wurden nach dem Wert der Inventarien abgefunden. Eine Hufenteilung konnte nicht vorgenommen werden. Heute ist nur noch der Bauernhof von Artur Böge nachweislich seit über 300 Jahren in derselben Familie.

HofSiemsAnderAueBis 1894 war auch die Familie Siems seit einigen Jahrhunderten ununterbrochen Besitzer der gleichen Stelle gewesen. Da aber Hinrich Siems, der letzte Besitzer den Hofes, nur acht Töchter hatte, fiel der Hof an die jüngste Tochter, die den späteren langjährigen Bauernvogt Wilhelm Böge heiratete. Sein Sohn Heinrich Böge wurde Besitzer des Hofes. Wenn auch der Name Siems verschwunden ist, so ist doch über die weibliche Linie noch ein direkter Nachkomme dieser Familie der jetzige Besitzer.

Dem ältesten Sohn, Ernst Böge kaufte der Vater bei der Parzellierung des Hofes von Max Jipp die Hofgebäude mit der Hauskoppel und gab ihm von der eigenen Stelle 53 Tonnen mit.
Für seinen zweiten Sohn, Otto, kaufte er in Wierenkamp die gesamte Stelle von Hermann Müller mit 46 Tonnen Land. Er selbst vergrößerte den Hof.

Der Vater von Wilhelm Böge war der Doppelhufner Hinrich Böge. Dessen Frau, eine geborene Schümann, brachte einen vollständigen Bauernhof mit in die Ehe. Aus dieser Ehe gingen drei Söhne hervor, nämlich Hans Hinrich, Wilhelm und Ernst August. Hans Hinrich bekam die von der Mutter mit in die Ehe gebrachte Hufe. Weil die Gebäude des Hofes zum übrigen Dorfe verhältnismäßig tief lagen, wurde er zum Unterschied von den übrigen Böges „Hans in de Grund“ genannt. Wilhelm ging die schon erwähnte Heirat mit der jüngsten Tochter des Vollhufners Siems ein, wodurch er den Hof bekam. Der jüngste Sohn Ernst August übernahm die Stammhufe. Heute ist diese schon im Besitz seines einzigen Sohnes Artur Böge. Dieser hat außer einer Tochter einen Sohn, so dass zu hoffen ist, dass dieser Hof noch lange Jahre im Besitz der gleichen Familie bleibt.

Ernst August Böge wurde Rendant der Spar- und Darlehenskasse Lentföhrden, die er bis zu seinem plötzlichen Tod im November 1949 zur vollsten Zufriedenheit der Genossen führte.

Hans Hinrich Böge („In de Grund“) hatte drei Söhne: Hans Hinrich, Otto und Rudolf. Da man nach dem Tode des Vaters kein Testament vorfand, wurden sich die Brüder insofern einig, dass Rudolf den Stammhof übernehmen sollte und Otto und Hans Hinrich je einen Teil der Ländereien bekamen.

Otto Böge kaufte sich das Bauernhaus von Husmann und gründete damit seine jetzige Landstelle.

Hans Hinrich der bis zum Jahre 1948 den Hof seines abwesenden Bruders Rudolf verwaltete, baute sich 1949 ein eigenes Haus.

Ein weiterer großer Besitz war der des Vollhufners Hans Hinrich Wessel. Dieser blieb auch bis in unser Jahrhundert in der gleichen Familie. Die Gebäude standen etwa an dem Platz, wo jetzt Heinrich Böges Anwesen liegt. Sie fielen dem großen Brand von 1903 zum Opfer. Der damalige Besitzer Hinrich Wessel baute das Bauernhaus etwa 200 m nördlich auf höher gelegenem Grund wieder auf. Krankheitshalber und weil keine Erben vorhanden waren, verkaufte er den Hof an Hinrich Götsch aus Nützen. Dieser bewirtschafte den Hof von 1906 bis etwa 1920. Seit der Zeit ist sein Sohn JHofGoetsch29ohannes Götsch der Besitzer. Er hatte zwei erwachsene Söhne Hermann und Henry. Hermann heiratete die Tochter Hanna von Hans Gripp und übernahm dessen Hof. Henry führte den Betrieb weiter und übergab ihn 1997 seinem ältesten Sohn Jürgen.

Die Vollhufe von Grelk ging später in den Besitz von Claus Wöbke über. Dessen Sohn Hinrich erbte den Hof und verparzellierte ihn nach Jahren. Eine Tochter von ihm brachte die erste Kuh mit in das Haus des Webers und Imkers Hans Hinrich Missfeld, als sie diesen heiratete. Es war gewissermaßen der Grundstein zu dem jetzigen Bauernhof.

Das Haus von Claus Wöbke kaufte Conrad Wartjenstedt. Als auch dieses Haus 1903 mit niederbrannte, baute er seinen Hof dort auf, wo jetzt Bernhard Schröder wohnt. Diesen Besitz übergab er damals seinem Sohn Carl. Er, Conrad Wartjenstedt, kaufte sich das alte Schulgebäude und richtete es als Bauernhaus ein. Später kam sein Schwiegersohn Hermann Schröder mit auf den Hof und führte die Wirtschaft. Er war etwas schwerhörig und mied darum größere Gesellschaften. Dafür war er aber ein um so besserer Bauer. Obendrein hatte er das Glück, eine Frau zu bekommen, die sich in seine Lage hineinversetzen konnte und mit ihm an einem Strang zog.

Durch Streben und Fleiß, ja, man kann sagen „Pionierarbeit“ (wie sie übrigens viele Lentföhrdener Bauern um die Jahrhundertwende geleistet haben) brachte er dein Hof vorwärts. (siehe Bericht über die Eisenbahn.) Da sein Schwager Carl Wartjenstedt den Hof nicht rationell bewirtschaftete, kaufte Hermann Schröder den Hof und zog dahin. Seine vom Schwiegervater geerbte kleinere Stelle verkaufte er an Tönnes Petersen. Carl Wartjenstedt erwarb sich von dem Erlös des Verkaufs eine neue Hofstelle, und zwar die, die Heinrich Möller nach dem Verkauf seines Hofes an Jochim H. Schröder an der Chaussee neu errichtet hatte und die heute Walter Schröder besitzt. Dieser ist der älteste Sohn von Hermann Schröder, der ihm diesen Hof kaufte. Bernhard Schröder, sein jüngster Sohn, bekam den Stammhof.

Das Anwesen des Hufners Jochim Gripp *10.03.1837 Sohn von Christian (verheiratet mit Anna Biehl * 7.8.1837 muss auf der Hauskoppel von Hans Böge „an der Chaussee“ und dem Raum der jetzigen Atona-Kieler Chaussee gestanden haben. Zumindest ist diese direkt über den Hof geleitet worden. Man findet den Besitz dann später südlich der Dreckau wieder, und zwar in dem Winkel Nützer Weg – Chaussee.

Ahnen der Gripp´s

GRIPP Christian* 28.05.1803, Vollhufner und Krugwirth & STEENBOCK Abel 01.11.1831
GRIPP Christian* . .1767, Vollhufner & BOYE (BOE) Anna Gesche Sophia,* . .1768
GRIPP Joachim* .< .1747, Hufner & BORCHERTS Anna,* 06.11.1723

Zum Hof des damaligen Bauernvogts Jasper Siems lässt sich kein direkter Anschluß finden. Bekannt ist nur, dass früher eine Gastwirtschaft in dem Hause war. Vor 1850 ist ein Kunitz der Besitzer gewesen. Das Haus brannte 1854 ab. Schon 1855 hatte er es neu aufbauen lassen. Er verkaufte den Hof 1850 an Hans Ratjen, der nach hier von Homfeld bei Innien zuzog. Dieser Hof wurde unter den Söhnen Jakob Ratjen *23.9.1844, und Henning-Heinrich Ratjen *30.9.1846 geteilt. Jakob bekam die Bauernstelle im Grund (heute Hans-Hermann Petersen); dieser Hof ist keine von den alten Hufen, sondern wurde wohl nach 1850 neu erbaut, bekam den Stammhof, verkaufte ihn später und zog nach Wiemersdorf. Sein Besitznachfolger wurde Sohn Hans Martin Ratjen *29.9.1887. Er hatte mit Margarete, geb. Gripp drei Töchter. Tochter Anne *20.8.20 heiratete Hermann Petersen aus Bosbüll/Südtondern. Sohn und heutiger Besitzer ist Hans-Hermann Petersen.

Den Hof von Henning-Heinrich übernahm sein Bruder Jakob, der das Land mit bewirtschaftete, das Haus mit der Gastwirtschaft aber vermietete. Ein Pächter von längerer Dauer ist Marx Gripp gewesen. Jakob Ratjen hatte seine Hofstelle da, wo sie sein Sohn Hans hatte. Durch Blitzschlag brannte 1952 der Hof von Hans Ratjen, In de Grund, ab.

Bei der im Jahre 1912 erfolgten Parzellierung des früher Henning Ratjen gehörenden Hofes durch Jakob Ratjen, kauften sich viele Gärtner und kleine Bauern Land.

Das Gebäude mit etwa 20 Tonnen Land kaufte sich Johannes Pohlmann. Er gehört einer Familie an, die auch schon seit 1813 in Lentföhrden ansässig ist. Sein Urgroßvater, der Lehrer an der hiesigen Schule war, kam in dem genannten Jahre nach hier und hat bis zu seinem im Jahre 1830 erfolgten Tode seinen Dienst getan. Sein Sohn Hans wurde sein Nachfolger als Lehrer. Während einige Kinder nach außerhalb zogen, wurde ein zweiter Sohn ein Geschäftsmann und blieb im Dorf. Er lieferte Steine für Chausseebauten. Auch den Chausseebau nach Kaltenkirchen um das Jahr 1871 hat er mit dem nötigen Baumaterial versehen. Sein Geschäft ging so gut, dass er sich Fuhrleute annehmen musste, die das Material an die Baustellen brachten. Durch ziemlich leichten Lebenswandel ging sein Geschäft jedoch zurück. Um etwas zu retten, baute er sich das Haus, welches jetzt Heinrich Schümann gehört. Sein Sohn Hinrich zog zu ihm und erbte später die Katenstelle. Da er von der kleinen Landstelle nicht leben konnte, ging er als Steinhauer an die Chaussee oder auch im Frühjahr und Sommer ins Moor zum Torfgraben. Der einzige Sohn Johannes erbte die Stelle mit 2 Kühen und 24 Tonnen Land. Durch Energie und Umsicht vergrößerte er ständig sein viel zu kleines Anwesen. Sein rechtschaffener Lebenswandel kam ihm zugute, als er das Bauernhaus von Jakob Ratjen mit 20 Tonnen Land kaufte, denn er bekam sowohl von der Kaltenkirchener Spar- und Darlehnskasse als auch von privater Seite Geld, um den Kauf vornehmen zu können. Er hat keinen seiner Gläubiger enttäuscht, denn er kam vorwärts und konnte seinem ältesten Sohn Hans eine Bauernstelle auf Lager I kaufen. Sein jüngster Sohn Hermann führte den Stammhof weiter. Er heiratete 1947 Erna aus Posen und baute zusammen mit seinem Bruder eine Schweinzucht auf, die sein jüngster Sohn Hans – Hermann inzwischen mit seinen Söhnen am ehemaligen „Lager I“ weiterführt.

Die Stelle des Vollhufners Claus Gülk ging um 1800 in den Besitz von Mäckelmann über. Während zwei Generationen waren Mäckelmanns die Besitzer des Hofes. Der letzte, Hinrich Mäckelmann, war 36 Jahre Bauernvogt und lebt noch in der Erinnerung vieler alter Leute. Er war ein Mann mit weitschauendem Blick. Da er nur zwei Töchter hatte, kam ein anderer Name auf den Hof. Hans Wulf heiratete die älteste Tochter und wurde der neue Besitzer des Hofes, weil die jüngste Tochter auf diesen verzichtete. Aus der Ehe gingen ein Sohn und eine Tochter hervor. Der Sohn Hans erbte den Hof. Er hatte vier Töchter. Walter Siems aus Westerwohld heiratete hier 1948 ein. Durch Heuselbstentzündung brannte 1968 der Hof von Walter Siems, An der Au, bis auf die Grundmauern nieder. Er baute einen neuen Hof am Mönkloher Weg auf und starb im Januar 2003.

bauernhofsiemsanderaueDer alte Mäckelmann baute sich ein schönes Bauernhaus, als sein Schwiegersohn Hans Wulf den Hof übernommen hatte. In dieses neue Anwesen nahm er seine Enkelin Martha Wulf mit, die diesen Hof von ihm erbte. Da sie unverheiratet blieb, übergab sie den Hof einer Tochter ihres Bruders, die nun mit ihrem Mann, Willi Ressler, die Stelle bewirtschaftet.

Auf der Halbhufnerstelle von Wittern Orth war um 1850 Marx Biehl, welcher nur Töchter hatte. Jochen Gripp heiratete die Tochter Anna und übernahm den Hof. Sein Sohn Christian erbte das Anwesen und verparzellierte es nach und nach. Der letzte Zeuge des nun nicht mehr existierenden Hofes ist das jetzige Wohnhaus der Witwe Gripp, welches ursprünglich ein Viehstall war. Das Wohnhaus war damals in so schlechtem Zustand, dass es abgerissen wurde. Wo jetzt das Altenteilerhaus von Martin Schümann steht, stand ehemals die zu dem Gripp’schen Hofe gehörende Instenkate.

Der Hof des Vollhufners Timm Götsch, ging wahrscheinlich in den Besitz von Rickert über. Dessen Tochter Lisbeth heiratete Hans Heinrich Schümann. Aus dieser Ehe gingen keine Söhne hervor, so dass der Besitz wieder an die weibliche Linie fiel. Die Erbin heiratete Hinrich Böge, der selbst auch eine Vollhufe hatte. Da aus dieser Ehe mehrere Söhne hervorgingen, bekam der Sohn Hans Hinrich den Mutterhof. (Diese Teilung ist bereits weiter vor besprochen.)

Der jetzige Besitzer des damals dem Kätner Hans Gülk gehörenden Hofplatzes, der Bauer Gustav Pohlmann, hat noch das seiner Zeit errichtete Haus gekannt. Interessant war die Inschrift über der Dielentür. Sie lautete:

„Dies Haus ist erbauet von Hans Gülk und Margarete Gülk. Was Gott will haben, das muß geschehen, wenn’s auch die Menschen nicht gerne sehen.“

Der Grund zu diesem Spruch soll gewesen sein, dass die Angehörigen der jungen Leute gegen den Hausbau an dieser Stelle waren. Nach Hans Gülk war ein Fuhlendorfer Besitzer der Kate. Er war Stellmacher von Beruf, fertigte aber außer Wagen und Schiebkarren auch Holzpantoffeln und Schaufel – und Forkenstiele an. Seine Tochter heiratete Hinrich Pohlmann der hier zuzog. (Diese Familie Pohlmann ist nicht verwandt mit der schon besprochenen. Hinzu kommt noch eine dritte.) Aus dieser Ehe ging ein Sohn Hinrich hervor, der die kleine Hofstelle des Vaters übernahm. Aber auch diese war wie manche andere, zu klein, um den Besitzer zu ernähren. Der Hauptverdienst war das Torfgraben im nahen Moor. Auch, dieser Mann muss ein Mensch mit zähem und ausdauerndem Fleiß und eisernem Willen gewesen sein. Von seiner Frau erzählt man das gleiche. Sie brachten es so weit, dass sie ihrem ältesten Sohn Heinrich ein Bauernhaus bauen lassen konnten. Als der Vater 1920 starb, hinterließ er außerdem seinem jüngsten Sohn Gustav einen stattlichen Bauernhof. Aus der Ehe, die Gustav Pohlmann mit Minna, geb. Böge, einging, entsprossen 3 Söhne und 2 Töchter. In diese Familie griff des Schicksal mit harter Hand hinein, denn alle drei Söhne blieben in dem letzten Krieg.

Eine Familie, die erst seit 1868, also noch keine hundert Jahre, hier ansässig ist, ist die Familie Schröder. Dennoch sitzen ihre Nachkommen bereits auf sechs mehr oder minder großen Bauernhöfen.

Hinrich_SchroederJochim-Hinrich Schröder aus Förden-Barl kaufte im Jahre 1868 die Katenstelle (Lindenhof) von Stegelmann, welche auch erst nach 1770 erbaut sein muss, da sie auf der alten Karte nicht verzeichnet ist. Sieben Jahre später, 1875, übernahm der kaum 2o jährige Sohn Jochim-Hinrich den Hof. Er war sich dessen wohl bewusst, dass dem mageren Lentföhrdener Boden nur mit Fleiß und Mühe etwas abzuringen war. Durch ständigen Ankauf von Land vergrößerte er den Besitz. Seine Haupteinnahmequelle war der Fahrbetrieb und der Handel mit Torf. Er machte regelmäßige Fahrten nach Hamburg, lieferte nach dort Schweine, Kälber und Torf und hatte auf der Rückfahrt seinen Wagen voll beladen mit Stallmist, womit er seine eigenen Felder düngte. Mit der größeren Ergiebigkeit der von ihm selbst kultivierten Felder wurde das Haus zu klein. Ein Viehstall mit geräumigem Boden wurde angebaut. So wie der Betrieb und die Landwirtschaft vorangingen, so viel Unglück hatte er mit seinen Frauen. Die erste Frau starb ihm, nachdem sie ihm sechs Kinder geschenkt hatte. Von der zweiten Frau hatte er zwei Söhne, als auch diese starb. Er heiratete zum dritten Mal. Auch diese Frau gebar ihm noch einen Sohn und eine Tochter. Als er 1906 den Nachbarhof von Heinrich Möller kaufte, zog er dahin und übergab seinem ältesten Sohn Wilhelm den Stammhof. Zu dem neuen Hof gehörten die an der Bramstedter Chaussee liegenden Mergelkuhlen. Hieraus fuhr er Mergel ab und kalkte sein Land damit. Auf diese Art und Weise schaffte er es, dass dürre Ödländereien zum guten Ackerboden wurden und sumpfige saure Moorflächen einige Jahre später saftiges hohes Wiesengras trugen oder die schönsten Dauerweiden daraus wurden. Seine Tochter Elli Schröder heiratete 1936 den aus Wiemersdorf stammenden Landwirt Jasper Schümann und schenkte ihm drei Töchter. Bis 1974 haben beide ihren Bauernhof bewirtschaftet und zogen dann in ihren Altenteil Schroeders_Ruh„Schümanns Ruh“. 30 Jahre lang war der Landwirt vom Lindenhof Ortsvertrauensmann der Bauern, 18 Jahre Aufsichtsratsvorsitzender der Meiereigenossenschaft, Ortswehrführer und 20 Jahre Verbandsvorsteher in Wasserverband Krummbeek-Dreckau und lange Zeit Gemeindevertreter und Mitglied im Amtsausschuss.

Wilhelm Schröder ging mit seiner Frau Anna, geb. Möckelmann, auf Altenteil genannt „Schröders Ruh“. Er war über 40 Jahre im genossenschaftlichen Leben tätig und zusätzlich Vertrauensmann des Bauerverbandes in Lentföhrden.

Jochim-Hinrich Schröders letzte Frau, eine geborene Bade aus Winsen, die Stiefmutter nun zu den meisten Kindern, ging gerade und gerecht durch. Ihrem Beruf als Bauernfrau entsprechend war ihr Ideal, dass die ihr anvertrauten Kinder arbeitsfreudige Menschen werden sollten. Wie mir scheint, hat sie das geschafft, denn aus allen Kindern ist etwas geworden. Wenn auch zwei Söhne, Gustav und Ernst, ihr Land vom Stammhofe mitbekamen, so haben sie doch gezeigt, dass sie das ererbte Gut nicht nur erhalten, sondern auch vermehren konnten. Die Pionierarbeit des zweitältesten Sohnes Hermann ist schon an anderer Stelle aufgezeigt worden. Der jüngste Sohn Hinrich Schröder geb. am 29.12.1906 bekam den von Möller gekauften Hof. Er ließ im Sommer 1931 das alte Wohnhaus abreißen und noch im selben Jahr das jetzige aufbauen. Hinrich Schröder war 34 Jahre Bürgermeister und bekleidete mehrer öffentliche Ämter. Er starb 1992 durch einen Verkehrsunfall.
Dieser Hof ist der des Viertelhufners Hans Fölster ,der den Hof an die Vorfahren von Heinrich Möller verkaufte. Nach dessen Tode 1912 bewirtschaftete dessen Witwe und nach deren Wiederverheiratung der Landwirt Martin Schümann den Besitz.

Zwei große Bauernvögte hatte Lentföhrden bisher, das waren Hinrich Mäckelmann von 1875 bis 1911, und Wilhelm Böge von 1911 bis 1935. Beide haben zum Vorteil und zur vollsten Zufriedenheit der Gemeinde ihr Amt verwaltet.

Außer dieser genannten Familie Schröder gab es noch einen Bauern Heinrich Schröder. Dessen Vater Julius Schröder kaufte sich hier nach dem ersten Weltkriege an. Er baute seine Hofstelle weit außerhalb des Dorfes auf. Da der Flurname des betreffenden Stück Landes „Lohn“ heißt, wird er zum Unterschied von den übrigen Schröders „Lohnbur“ genannt.

Sein Land war nur Heidegrund. Von Beruf wegen war er Maurer, ging tagsüber zur Arbeit und schaffte abends und sonntags auf seinem Land.

Kommt man vom „Lohnbur“ die Zementstrasse ins Dorf zurück, dann passiert man zwei Bauernhöfe, die den Brüdern Rudolf und Adolf Schroedter gehören. Deren Großvater Carl Ludwig kam um 1861 aus Eiderstede nach Lentföhrden. Er war Zimmermann von Beruf, aber da die Bauherren schlecht zahlten, machte er hier einen Hökerladen auf und hatte eine kleine Landstelle dabei. Mit dem einen Pferd betrieb er dazu noch ein Fuhrgeschäft. Ebenso wie Jochim Hinrich Schröder fuhr auch er regelmäßig mit Schweinen und Kälbern nach Hamburg. Auf der Rückfahrt brachte er Waren für sein Geschäft mit und im Frühjahr wohl auch Stalldung für sein Ackerland. Sein Sohn Karl Schroedter (Karl-Höker) war 15 Jahre alt als sein Vater starb, so führte er das Geschäft in derselben Weise fort und ernährte seine Mutter und seine Geschwister. Da sich aber mitten im Dorf schon ein Bäcker und Höker niedergelassen hatte, obendrein noch ein Wagen von Quistorff aus Bramstedt hier Waren verkaufte, wurde sein Geschäft bei der ungünstigen Lage immer unrentabler. Ja, es wirkte sogar störend auf die immer größer gewordene  Landwirtschaft. Um die Jahrhundertwende entschloß sich dann der Besitzer dazu, das Geschäft aufzugeben und nur Bauer zu sein. Den Hof bekam später der jüngste Sohn Rudolf. Der älteste, Adolf, kaufte sich 1927 eine dem väterlichen Hofe gegenüberliegende Kate von dem Nachtwächter Fritz Lanz. 1928 baute er den Viehstall, und als er 1934 heiratete, auch das jetzige Wohnhaus. Vom Stammhof, der dank der Tatkraft seines Vaters auf 80 Tonnen angewachsen war, bekam et 35 Tonnen mit. Er selbst hatte noch Gelegenheit, sich 6 Tonnen. dazuzukaufen. Der auf der alten Karte bezeichnete Hof des Viertelhufners Carsten Biehl ist heute im Besitz von Otto Gripp der die Stelle von seinem Vater Heinrich Gripp erbte. Sein Bruder Hans Gripp baute sich um 1924 seine Hofstelle an der Altona-Kieler Chaussee auf. Altertümer, die noch im Hause von Otto Gripp vorhanden sind, erzählen von der Geschichte des Hofes.

Hinrich Gripp hatte zwei Frauen. Die erste war eine geborene Gülcken. Sie war die Erbin des Hofes. Auf die Gülcken, als einstige Besitzer des Hofes, weist ein Balken hin, der einst über der Dielentür lag und der Familie durch Heinrich Gripp erhalten blieb. Er trägt die Inschrift:

„. . .  N GÜLCKEN – ANNO 1704 – CATRINA GÜLCKEN DEN 7.JUNIUS“

Die ersten Buchstaben des männlichen Vornamens sind nicht mehr vorhanden. Das ‚“N“ lässt nach den damals gebräuchlichen Vornamen darauf schließen, dass es sich um Johann oder Christian gehandelt hat.
Weitere Kostbarkeiten des Familiebesitzes sind zwei alte Laden mit folgenden geschnitzten Inschriften:

„ELSBE FÖLSTER – ANNO 1737“

(Wahrscheinlich die Schwiegertochter des … N Gülcken) und

„HINRICH GRIPP – ANNO 1813“

Als Hinrich Gripp seine zweite Frau heiratete, war er 60 Jahre alt und seine junge Frau, eine geborene Böge, 18. Während die erste Ehe kinderlos war, ging aus der letzteren der Sohn Heinrich hervor. Er war der Vater des jetzigen Besitzers Otto Gripp.

Ein weiterer stattlicher Hof, der erst vor hundert Jahren gegründet wurde, ist der von Otto Mißfeldt. Im Jahre 1848 zog hier der Weber Peter Mißfeldt aus Gettorf zu. Er kaufte sich eine Kate und baute sie aus. Das Haus stand an der Stelle, wo jetzt das Mißfeldt’sche Bauernhaus stellt. Da seine Frau früh starb, wurde der älteste Sohn Hans Hinrich sein Nachfolger. Dieser setzte die Weberei und Imkerei des Vaters fort. Erst als er sich verheiratete und seine Frau, eine geborene Wöbke, eine Kuh mit in die Ehe brachte, wandte er sich auch allmählich der Landwirtschaft zu. Durch Ankauf von Ländereien vergrößerte er diese, so dass sie schließlich zum Hauptberuf wurde.

Er hatte zwei Söhne, Heinrich und Wilhelm. Weil Wilhelm wesentlich jünger war als Heinrich und der Vater schon mit 52 Jahren starb, bekam auch hier wieder der älteste Sohn den Hof. Dieser hat sich mit der Weberei nicht mehr beschäftigt, sondern sich ganz der Landwirtschaft gewidmet. Er brachte den Hof auf die Höhe, die er nun hat. Sein Sohn Otto Mißfeldt übernahm den Hof. Dieser wurde, als er jung verheiratet war, zum Heeresdienst eingezogen und fand im letzten Krieg den Soldatentod. Auch aus dieser Ehe gingen wiederum zwei Söhne hervor, die noch beide schulpflichtig sind. Die Mutter, Anne Mißfeldt, führt seitdem mit Hilfe ihres Schwiegervaters den Hof. Im Februar 1949 fiel das Bauernhaus einem Brand zum Opfer. Dafür erhob sich später, kaum ein Jahr später an derselben Stelle ein schönerer Bau.

Wilhelm Mißfeldt. Sie heiratete den Bauernsohn Ernst Möller aus Kaltenkirchen. Von der Natur mit sowohl praktischer als auch geistiger Begabung versehn, hat er den Hof in den fast 20 Jahren, die er ihn schon besaß vorteilhaft weiterentwickelt.

Eine Schwester des alten Bauernvogts Wilhelm Böge wurde von Niklas Möckelmann aus Nützen geheiratet. Als der Hof von Heinrich Gripp parzelliert wurde, kaufte er sich Land und baute seine Hofstelle an der Altona-Kieler Chaussee auf. Diese erbte sein jüngster Sohn Ernst, 1951 brannte der Hof von Ernst Böge, jetzt Kieler Straße, bis auf die Grundmauern nieder. Der älteste Sohn Wilhelm erbaute sein stattliches Anwesen etwas weiter nach Bramstedt auf der anderen Seite der Chaussee. Um die Baukosten herabzusetzen, stellten die Brüder in gemeinsamer Arbeit selbst Zementsteine nach der Ambi-Bauweise her.

Ein anderer junger Bauernhof ist der von Hinrich Timm Böge. Der Besitzer kam im Jahre 1907 als Kaufmann nach Lentföhrden. Er kaufte damals die Bäckerei und Hökerei neben der Schule. Als dann 1910 der Bauernhof von Heinrich Dürkopp parzelliert wurde, kaufte er sich dort Land veräußerte sein Geschäft an den Bäckermeister Willy Hars, und baute sich ein Bauernhaus, in dem er noch jetzt mit seinen Familienangehörigen wohnt. Durch späteren Landzukauf vergrößerte er den Hof. Der älteste Sohn des Besitzers fiel im letzten Kriege, während der jüngste Sohn 1947 gesund aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrte und dann beim Vater auf dem Hofe weiterarbeitete.

Weitere Höfe, die erst in diesem Jahrhundert entstanden sind, sind die von Hugo Beckmann, Kleinbongardt, der hier von Ostfriesland zuzog, Hinrich Gooden und Bernhard Kruse. Letzterer fiel im zweiten Weltkrieg. Seine Frau führt den Hof mit Hilfe des erfahrenen Verwalters August Bock weiter. Sie hat einen Sohn und eine Tochter.

Auf der Stelle von Ernst Böge war früher eine Gastwirtschaft. Diese wurde von Jasper Pohlmann gegründet. Er erhielt die Konzession am 18. Juni 1852. Sein Sohn Hinrich erbte von ihm den ganzen Betrieb. Später baute dieser das jetzige Pohlmann’sche Gehöft und verkaufte die Gastwirtschaft mit dem Land an Max Jipp. Danach wurde Ernst Böge Eigentümer. 1950 vernichtete ein Feuer das Reeddach, das Haus überstand den Brand und gehörte später Anita Böge. Da hier vier Pohlmanns im Dorfe waren, hatten auch diese ähnlich wie die Böges, ihre Unterscheidungsnamen. So hieß Hinrich Pohlmann, der in der ehemals Fuhlendorfschen Kate wohnte, „Fuhlendorf ­Pohlmann“ (plattdeutsch: Funndörp-Pohlmann). Weiter war hier der Lehrer Pohlmann. Der andere Hinrich Pohlmann, der von seinem Vater Hartwig eine Katenstelle geerbt hatte, hieß „Hartwig-Hinrich“ (Plattdeutsch: Haddi-Hinnerk). Der dritte Hinrich Pohlmann schließlich, der die Gastwirtschaft von seinem Vater geerbt hatte, wohnte auf einer Anhöhe und hieß darum „Baben-Pohlmann“ (Oben-P.). Der Hof ging an seinen Sohn über, der ebenfalls Hinrich hieß. Er starb 1945. Seine Witwe führte den Hof mit Hilfe ihres Sohnes Willi weiter.

Eine weitere große Familie Böge ist die einer Seitenlinie des alten Böge’schen Stammhofes. Der um 1809 geborene und spätere Erbe des Hofes Hans Böge hatte zwei Söhne. Der jüngste Sohn Hinrich übernahm die Hufe, während sein älterer Bruder Claus ein so genanntes Altenteil bekam und auf dem Hofe mitarbeitete. Er ist der Begründer der jetzt noch im Dorfe zahlreich lebenden Vertreter dieser Seitenlinie. Sein Sohn Hans kaufte sich bei der Parzellierung des Hofes von Wöbke Land und zwei Gebäude. In einem richtete er eine Wohnung ein. Dies kleine Anwesen wurde auch durch den Brand von 1903 vernichtet. Er baute dann die jetzt Hans Schümann gehörende Gastwirtschaft. Vor dem Verkauf dieses Hauses an Hans Schümann hatten die Söhne Hans und Wilhelm ihr Land bekommen. Hans gründete seinen Wohnsitz gegenüber der Gastwirtschaft, und Wilhelm baute sich seine Hofstelle außerhalb des Dorfes auf seinem eigenen Felde auf. Er wird zum Unterschied von zwei im Dorfe lebenden Wilhelm Böge nach dem Flurnamen seines Landes „Saren-Wilhelm“ genannt. Zwei weitere Brüder Rudolf und Adolf hatten eine Gärtnerei und Schäferei mit etwas Landwirtschaft dabei. Rudolf heirate Anna aus Todesfelde. Er arbeitet nebenbei in einer Hamburger Gärtnerei. Bis 1956 zogen die Böges mit ihren landwirtschaftlichen Erträgen auf die Wochenmärkte der Umgebung. Sie hatten keine Kinder.

Auf dem Hofe von Gustav Koopmann war früher die Schmiede. Der letzte dort werkende Schmied war Ferdinand Mißfeldt. Er war kinderlos und hatte seine Nichte an Kindes Statt angenommen. Gustav Koopmann heiratete diese und kam dadurch in den Besitz der Kate. Das jetzt vorhandene Bauernhaus mit Stallungen hat er selbst erst nach und nach erbaut. Er hat zwei Söhne Hans und Adolf. Dem ersteren kaufte er auf Lager 1 einen Hof. Der Sohn Adolf, der bis heute unverheiratet ist, wird den väterlichen Hof übernehmen.

Die Bauernstelle von Hugo Beckmann wurde von dessen Vater aufgebaut. Durch seine Heirat mit einer geborenen Biehl kam er in den Besitz einer Katenstelle, die er durch Fleiß und Arbeitsamkeit zu dem jetzigen Hof entwickelte. Wie schon oben erwähnt, bekam der Sohn Hugo den Hof. Ein zweiter Sohn Walter ist ortsansässiger Maurermeister geworden, während der dritte Sohn Willi durch Einheirat einen Bauernhof in Lutzhorn erhielt.

Zuletzt sei noch eines Namens gedacht, dessen Träger jetzt der einzige Vertreter der Familie ist und auch einen kleinen Bauernhof besitzt. Es ist Hermann Rickert. Im Trauregister der Kaltenkirchener Kirche findet man unterm 23. November 1695 die Eintragung der Trauung des Jakob Rickert mit Anna Vahlers. Dann findet man den Namen wieder im Geburtsregister des Jahrganges 1736, wonach bei dem Ehepaar Bartel und Lisbeth Rickert ein Sohn Jakob geboren wurde. Dass dieser Bartel Rickert einen Bauernhof gehabt hat, geht aus einer im Jahre 1740 gemachten Eintragung hervor, in der die Oster- und Michaelispflichten der Bauern an den Kaltenkirchener Pastor festgelegt sind. Zwischen den aufgeführten Namen der lieferpflichtigen Bauern ist auch seiner vertreten. Bei der Landverteilung im Jahre 1793 tritt der Name Bartel Rickert wieder auf. Seine Besitzung war die, die jetzt Rudolf Böge („in de Grund“) gehört. Weil er aber den Hof aus unbekannten Gründen verschuldet hatte, war sein Sohn Hinrich nicht in der Lage, denselben zu übernehmen. Seine Tochter heiratete Hans Hinrich Schümann aus Wakendorf, der den Hof anfasste und weiterführte. Hinrich Rickert richtete sich eine Katenstelle auf dem Tiebarg ein. Diese Kätnerei behielt auch sein Sohn Barthold. Dessen Sohn aber raffte sich wieder auf. Er kaufte sich Land und baute das Bauernhaus, das er später seinem Sohn Hermann vermachte. Herman heirate 1933 Else aus Kampen bei Nützen. Er starb früh und so musste seine Witwe den Hof allein mit Ihrem Sohn Hans weiterführen.

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