Bauvorhaben 1948 – 1978

Auszug aus einer Rede zum 30. Dienstjubiläum von Hinrich Schröder

1948 – Es waren die Nachkriegsjahren mit den wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Lentföhrden war durch den starken Zuzug von Vertriebenen überbevölkert. So bestand die Hauptarbeit des Bürgermeisters und der Vertretung in der Wohnraumbeschaffung.

Brennmaterial war ebenfalls sehr knapp. Doch hier fand man die Lösung auf dem Schulverbandsmoor von Hasselbusch. Da wurde kräftig Torf gegraben, und Torf ist ja bekanntlich besser als Öl. Er spendet zweimal Wärme: einmal beim Graben oder Stechen auf dem Moor und zum zweiten im Ofen.

1949 wurde das Haus Rosenthal gekauft. Es war ein sehr dringender Kauf, da der Gemeinde ein Prozess wegen des roten Schuppens drohte. Durch den starken Einsatz von Herrn Schröder im Kreistag fand die Gemeinde hier eine finanzielle Unterstützung. Der Beschluss  des Kaufes fand bei Blitz und Donner in der Laube von Herrn Schröder statt.

Da die Einnahmen des Haushaltes noch sehr gering waren, setzte man 1951 die Steuersätze für Grundsteuer auf 225% und für Gewerbesteuer auf 300% fest.

1954 trat das Amt Kaltenkirchen-Land und somit auch Lentföhrden dem Wegezweckverband bei. Die Gründung wurde erst ermöglicht, indem die Gemeinden des Amtes 30 km von den ca. 100 km angemeldeten Wegstrecken zur Ausbesserung anmeldeten. Über diese Gründung ist man dann zu enormen Ausbauten von Landwirtschaftswegen gekommen. Das war auch sehr notwendig, da in diesen Jahren die Motorisierung der Landwirtschaft anfing.

1955 wurde die Schule renoviert. Sie bekam ein neues Dach. Es wurden WC´s und eine Garage gebaut.

1956 entstand die Siedlung „Papageienweg“ am Dorf. Die monatliche Belastung belief sich mit Anliegerwohnung auf 67,- DM. Die Steuerhebesätze wurden ebenfalls 1956 gesenkt und zwar: die Grundsteuer auf 180 % die Gewerbesteuer auf 250 %.

1958 kauften die drei Gemeinden Schmalfeld, Nützen und Lentföhrden das Löschfahrzeug LF 8. Das war ein ganz besonderes Ereignis. Die Wehr wurde die bestausgerüstete im Kreis.

1958/59 wurde auch die Siedlung Hinrichshöh gebaut. Es entstanden 10 Nebenerwerbssiedlungen mit  2500 qm und 8 Wohnhäuser des Bauvereins Kaltenkirchen mit 800 qm.

1959 baute die Gemeinde mit sehr viel Eigenleistung das Feuerwehrgerätehaus mit einer Wohnung.

1960 erstellte die Gemeinde auf der Schulkoppel einen Sportplatz. Die gesamten Planierarbeiten verrichtete Hein Lott mit „seiner“ Planierraupe  vom Wegezweckverband. An der Straße wurden noch zwei Bauplätze für einen qm Preis von 2,- DM verkauft und ein Parkplatz angelegt.

Im folgenden Jahr wurden für die sportliche Ertüchtigung unserer Jugend von der Gemeinde große Aufwendungen erbracht. Am Sportplatz begann man mit dem Bau einer Gymnastikhalle mit einem Kostenaufwand von 159000,- DM.

Anschließend im Jahre 1962 begann die Gemeinde mit dem Bau der Lehrerwohnung. Mit diesen beiden Bauten wurde der Grundstein für ein späteres Schul-und Sportzentrum geschaffen.

Im Jahre 1962 beschloss die Vertretung die Bebauungspläne 1 und 2 Wankendorfer  – und Otterbraack – Siedlung. Die Genehmigung dieser beiden Bauleitpläne erfolgte mit der Auflage, einen F-Plan aufzustellen. Mit dem Bau der ersten 20 Häuser der Siedlung Otterbraack begann man 1964.

1963 begann die Gemeinde tatkräftig mit dem Ausbau des schon erwähnten Schul – und Sportzentrums. Durch einen Verbindungsflur zur Gymnastikhalle wurden zwei Schulklassen, ein Gruppenraum mit den erforderlichen Nebenräumen errichtet. 1967 wurde das Schul- und Sportzentrum durch ein Freibad ergänzt.

Aufgrund der steigenden Schülerzahlen und des Generalschulbauplanes gründete man 1968 den Schulverband Nützen/Lentföhrden, um einen jahrgangsweisen Unterricht zu ermöglichen. Die Oberstufe  5. bis 9. Schuljahr – wurde in Lentföhrden, die Grundschüler in Nützen unterrichtet.

Aufgrund der regen Bautätigkeit erfolgte 1971 der Beschluss über die Vollkanalisation. Das Projekt startete 1974 mit dem 1. Bauabschnitt. 1978 wurde der Bau mit einem Kostenaufwand von 2,8 Mio  DM abgeschlossen.

Trotz dieser großen finanziellen Belastung vernachlässigte die Gemeinde die Schulbauten nicht.

Schon 1969 hatten sich die Gemeinden des Amtsbezirkes zu einem Schulverband zusammengeschlossen mit dem Ziel, in Kaltenkirchen eine amtseigene Hauptschule zu errichten. Dieses Bauvorhaben und die Erweiterung der hiesigen Grundschule um weitere 2 Klassen im Jahre 1972 bedeutete für die Gemeinde eine erhebliche Leistung.

1973 beschloss die Gemeinde, die Sportanlage D zu bauen. Mit der Fertigstellung und Einweihung in diesem Jahre wurde das Schul-und Sportzentrum abgerundet. Somit hat Lentföhrden eine vorbildliche Sportanlage erstellt, die von den hiesigen und auswärtigen Sportlern eifrig und gerne benutzt wird.

Mit dem Umzug der letzten beiden Grundschulklassen in das neue Schulgebäude wurde 1974 das alte Schulgebäude geräumt und für andere Zwecke nutzbar gemacht. Die Gemeinde beschloss den Umbau in ein modernes Freizeit-und Kulturzentrum. Die Einweihung fand am 20.11.76 statt.

1975 begann die Sanierung der Wasserversorgung, indem man den alten Meiereibrunnen erwarb. Ein ganzer Teil des Ortes wird heute von diesem Brunnen versorgt.

Neben der Betreuung auf dem wirtschaftlichen Gebiet hat die Gemeinde sich auch Gedanken über die menschliche Betreuung gemacht, und ab 01.01.1975 eine Gemeindeschwestern – Station eingerichtet, damit alten und in Not geratenen Bürgern geholfen werden kann.

1977 befasste die Gemeinde sich wieder mit Baulandbevorratung. Aufgrund des neu entwickelten B-Planes an der Weddelbrooker Str. wurde das Verfahren zur Änderung des F-Planes eingeleitet. Dieser F-Plan wurde eingehend von der Vertretung beraten. In einem Anhörverfahren wurde auch den Bürgern Gelegenheit gegeben, Änderungen und Bedenken einzureichen.

Am 02.11.78 wurde der F-Plan von der Vertretung beschlossen.

Vor einigen Wochen wurde der Feuerwehr ein Mannschaftswagen übergeben. Unsere Feuerwehr, die auch Atemschutzgeräte und Funkgeräte besitzt, ist somit mit den modernsten Geräten für die Brandbekämpfung ausgerüstet.

Zu erwähnen wäre noch 1978 fertiggestellte Wirtschaftswegebau mit Betonspurbahnen von ca. 5 km. Der Kostenaufwand belief sich ca. auf 270 000,- DM. Bezuschusst wurde dieses Vorhaben mit 75 %.

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