Flurnamen haben Geschichte

Flurnamen haben Geschichte                                                                      H.Missfeld

Durch die Aufzeichnung der Dörfler in der Verkoppelungskarte von 1795 wurde die Überlieferung von alten Flurnamen ermöglicht.
Wenn man auch rechnen muss, dass viele Flurnamen mundartlich verändert wurden, bietet die Karte eine umfassende Flurnamen-Zusammenstellung. Sofern es möglich ist, sollen einige Lentföhrdener Flurnamen im folgenden gedeutet werden:

Bollenbliek, Bollenblick:      Bohlenfeld bzw. Knüppeldamm oder Bohlbrügge, Bohlen auf beiden Seiten des Flusses und im Flussbett.

Borns:                Born bedeutet Quelle oder auch Wasserstelle. Ein Gelände im nördlichen Bezirk der Gemeinde. Es handelt sich um eine Weidelandschaft mit einigen feuchten Abschnitten.

Brook:                   Bruch, Waldniederung – sumpfiges Gehölz.

Brooks-Knöll:    Bodenerhebung (Hügel) inmitten der Waldniederung.

Brümoor, Brügmoor: Brümmel-Kuhle, obere moorhaltige Schicht des Geländes. Ehemals ein Gebiet mit kleinen Vertiefungen und Wasserläufen.

Deelen:              Teilen, das Gelände wurde aufgeteilt.

Drecksdeel:       Die Bezeichnung für wenig fruchtbare Geländeteile.

Ehmshörn:          Eme = Verkleinerungsform. Ein kleiner Flurabschnitt in winkliger Form.

Grönen Fiehr:    Viert = Heidefläche und Baumbestände. Etliche Dörfer waren früher von Heidefläche umgeben. Das Wort geht aus dem lateinischen Viride „das Grüne“ hervor.

Hogenmoor:       Von der Lage her ein höher liegendes Moorgelände.

Höpen = Haufen:       Die Bezeichnung deutet darauf hin, dass ehemals Unebenheiten auf dem Gelände waren.

In de Hörn:        Im Winkel – etwas abseits liegende Ortsteile.

Kronhörn:           Hier kann es sich um eine Hölzung handeln. Kroon (Krön) in Verbindung mit Kranich ist unwahrscheinlich. Es könnte sich auch um einen früheren Besitzer handeln.

Krummbeek:         Der frühere Verlauf der Au im großen Bogen und mit sehr viel Krümmungen durch das Wiesenthal erbrachte die Bezeichnung.

Krützbarg:          Die Flurkarte von 1795 enthält die Bezeichnungen Achtern Krützbarg und Blangen Krützbarg; Krüzen = Baumbestand. Man kann davon ausgehen, dass der Hügel in früheren Jahren bewaldet war. Vielleicht waren es auch einzelne Baumgruppen. Einige Karten benutzen auch die Bezeichnung Grützberg.

Lohn:                  Entstanden aus Loh. Das Wort ist entweder dem Friesischen oder dem Dänischen entnommen. Es bedeutet große Fläche bzw. Ebene.

Oller Brack, Otterbrack: Oller = alter Brack = Brackstück d.h. das Gelände ist nicht wertvoll. Die Flurkarte von 1795 enthält die Bezeichnung oller Brack. Die Bezeichnung Otterbrack ging daraus hervor.

Pümmelmoor:     Pümmel = weiße und gelbe Wasserrose.

Rümels = Raum:       Ein freies Feld – reichlich bemessen.

Reithen, Raiten: Abgeleitet von Raigras, ein dürres hartes Gras.

Saaren:             Aus dem dänischen Sør. Es bedeutet trocken – dürre.

Redder:            wo ein Weg an beiden Seiten von einem Knick gesäumt wird

Steenhörn, Stinnhorn:           Ein etwas abgelegener Abschnitt der Feldmark. Der Boden enthält seht viel Steinmaterial.

Up´n Acker:      Dieses Flurstück gehört ebenfalls wie Langstück zu den Ur – Ackerflächen unmittelbar in der Nähe des Dorfes.

Weddel:              Übergang im Bereich der Wiesen.

Wierenkamp:     Wieren = Weiher, nasses Gelände. Kamp = Länderabschnitt, der im gemeinsamen Besitz der Hufner war.

Wodansberg, Woinberg, Weansberg, Wahrensberg:          In alten Unterlagen gibt es mehrer Bezeichnungen für den Hügel. Die Flurkarte von 1795 enthält die Bezeichnung Wahrensberg. Der Wodansberg liegt an der Strasse nach Schmalfeld. Wodan wurde als germanischer Gott verehrt. Es ist anzunehmen, dass der Berg dem Gott Wodan geweiht war.

Wohld:                Gehölz.

Flurbezeichnungen nach der Gemarkungskarte von 1887

Achsten Plack, Achtern Krützbarg, Achtern Deel, Achter op dat Nieland bie de Dieckuhlen, Achter op´n Steenboen,
Achtersten Dreck, Achters Koppel, Achters vörste Koppel, Alkenwyn, Backels, Baelbrüg, Bartenkamp, Beckkoppel,
Beckloh, Beckwiese, Beim Bilsenmohrbohm, Beim Grevensberg, Beim Kattenberg, Beim Wahrensberg, Bien Barckenbohm
Bien Grevensbeck, Bien groten Steen, Bien Potjer Lehm, Bien Schafbrück in de Spitzen, Blangen Krützbarg
Blocksberg, Blöcke ,Bollenblick, Bornwisch, Borstel, Böschhörn, Brackwisch, Brocks Knöll, Brügmohr, Brüg Wisch
Busch Koppel / Buschkoppel, Crütz Koppel, Dahl-Kamp / Dahlkamp, Das große Moor, Deel, Depenbrok, Depenhoh
Depenwisch, Dieckdams, Diecken Barschen, Dierkshörn, Dorfmitte, Dorfstraße, Dreckdeel, Dwerstücken
Ehmkhörn, Folsberg, Fuhlenfort, Grasbrok, Grasbröker Mohr /Grasbroker Moor, Grevens-Flerr, Viehtränke, Groten Kamp
Grothhaarwisch, Groth Koppel, Groth Wisch, Grönen Fiehr, Haarwisch,Hansch / Hänsch, Harder, Heid-Blöcke
Heide achtert Grotmoor, Heide beim Dollen Pfahl, Heide beim Kaddensberg, Hillerland, Hogen Mohr, Hottblick
Im achsten Lohn, Im Bilsenmohr, Im Brock, Im Fiehr, Im grönen Fiehr, Im vaersten Lohn, Imker Wisch, In de Beckblock
In de Beesen, In de Branden, In de Saaren,Kat-Kahl, Königskoppel,Krambek, Kraul,Kronhörn, Krumbeks Au
Krützbarg, Kuhlenforts-Mohr,Lack, Langblick, Langen Stücken, Langstücken, Langkrog, Langwisch, Lohnplack
Lütt Fahrenfeld, Lütten Kamp, Lütt Loh, Minkenwisch ,Mittelsten-Mohr ,Moschewittenberg ,Muhlmannsfort
Mumelsfort ,Nais ,Nebem Weddel, Nedden Ackern, Nedden-Höppen, Neukoppel, Neuwisch, Ohlau, Ohlen Stücken
Ohlmählen, Ohlmählen Koppel, Op de Ackern, Op de Borns, Op de Högt, Op de Reiden, Op´n Stürloh,
Otter Brack / Otterbraack, Pagen Rieh, Papen Camp / Papenkamp, Potjer Lehm, Pümpelmohr, Püthaens-Knoll / Pütthans Knöll
Rails Brok,Rehmen, Reth Klink, Ruhm Wiese, Runde Wisch, Rühm, Rümels, Saem Stücken, Salbree, Sandrüben
Schmahl-Ackern, Schwarten Pohl, Sienhörn / Sieckhörn, Stürwiese, Uebern Weddel, Up de Hemstedt, Up´n Crütz
Up´n Pütthans Knöll, Vaer de Dreckdeel, Viehtränke, Vörste Koppel, Waeren de Höpen, Wehrwisch, Wiehren-Camp / Wierenkamp
Wischhof, Wittenmohr, Wolfskamp, Wohld, Wübbenwisch

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